CDU und FWG: Zustimmung zu Wallau Ost III nur unter klaren Voraussetzungen

CDU und FWG: Zustimmung zu Wallau Ost III nur unter klaren Voraussetzungen

Der Ortsbeirat Wallau hat sich in seiner Sondersitzung mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Planungen für das Gewerbegebiet Wallau Ost III weiterzuverfolgen. CDU und FWG begrüßen diese Entscheidung, verbinden sie aber mit konkreten Forderungen zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und zum Ausschluss von Lager-, Transport- und Speditionslogistik. Im Folgenden dokumentieren wir die gemeinsame Presseerklärung der beiden Ortsparteien im Wortlaut.

Im Mittelpunkt der Sondersitzung des Ortsbeirats Wallau am 24. Juni stand die Vorstellung des Verkehrsgutachtens zum geplanten Gewerbegebiet Wallau Ost III. Nach intensiver Beratung sprach sich der Ortsbeirat mehrheitlich dafür aus, die Entwicklung des Gewerbegebiets grundsätzlich weiterzuverfolgen. Die gemeinsame Beschlussvorlage von CDU und FWG wurde mit sechs Stimmen angenommen. Die Vertreter von SPD und Bündnis 90/Die Grünen lehnten die Entwicklung des Gewerbegebiets ab und stimmten gegen den Antrag.

CDU und FWG begrüßen ausdrücklich, dass der Ortsbeirat damit ein klares Signal für eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Wallau gesetzt hat. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass eine Umsetzung nur unter klaren Voraussetzungen erfolgen kann. Wirtschaftliche Entwicklung und der Schutz der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger müssen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Wallau
Der Ortsbeirat Wallau bei seiner Sondersitzung zum geplanten Gewerbegebiet Wallau Ost III. Links im Bild Ortsvorsteher Jörg Ströhmann, auf der Leinwand die Titelseite des Verkehrsgutachtens. (Foto: Petra Schumann)

Die Entwicklung von Wallau Ost III ist weder ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch allein unter dem Aspekt des Flächenverbrauchs zu bewerten. Vielmehr gilt es, die unterschiedlichen Interessen verantwortungsvoll gegeneinander abzuwägen.

Hierzu gehört ausdrücklich auch die Anerkennung, dass mit der Entwicklung von Wallau Ost III dauerhaft landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren gehen. Dieser Eingriff ist erheblich und kann nur dann verantwortet werden, wenn ihm ein nachvollziehbarer und nachhaltiger Nutzen für die Stadt Hofheim gegenübersteht.

Gleichzeitig steht Hofheim vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die deutliche Erhöhung der Grundsteuer B belastet Eigentümer ebenso wie Mieter, da diese Kosten regelmäßig über die Betriebskosten weitergegeben werden. Hinzu kommen steigende Energie- und Lebenshaltungskosten. Eine dauerhaft tragfähige Finanzierung kommunaler Aufgaben kann daher nicht allein auf immer höheren Belastungen der Bürgerinnen und Bürger beruhen.

Vor diesem Hintergrund sehen CDU und FWG die Entwicklung zusätzlicher Gewerbeflächen grundsätzlich als wichtigen Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung an. Ziel muss es jedoch sein, Unternehmen mit hoher Wertschöpfung, qualifizierten Arbeitsplätzen und nachhaltigen Gewerbesteuereinnahmen anzusiedeln. Die Entwicklung neuer Gewerbeflächen darf kein Selbstzweck sein. Vielmehr muss der wirtschaftliche Nutzen den dauerhaften Eingriff in landwirtschaftliche Flächen sowie die zusätzlichen Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur rechtfertigen.

CDU und FWG halten zugleich ausdrücklich an der bereits in der 26. Sitzung des Ortsbeirats Wallau am 24. Juli 2025 einstimmig beschlossenen Zielsetzung fest, dass eine Nutzung des Gewerbegebiets durch Lager-, Transport- und Speditionslogistik im weiteren Planungsverfahren auszuschließen ist. Diese Position gilt unverändert. Ziel bleibt vielmehr die Ansiedlung wertschöpfender Unternehmen aus den Bereichen produzierendes Gewerbe, Handwerk, Technologie und Innovation, die qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und einen nachhaltigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Hofheims leisten.

Gerade vor diesem Hintergrund ist die Qualität der künftigen Ansiedlungen von entscheidender Bedeutung. Reine Logistikstandorte verursachen regelmäßig ein hohes Verkehrsaufkommen und einen erheblichen Schwerlastverkehr, ohne zwangsläufig einen vergleichbaren wirtschaftlichen Mehrwert für die Kommune zu schaffen.

Das vorgestellte Verkehrsgutachten bestätigt zugleich, dass die Anschlussstelle Wallau Nord bereits heute an ihre Leistungsgrenzen stößt. CDU und FWG sehen deshalb die Notwendigkeit, die Verkehrsinfrastruktur parallel zur Entwicklung des Gewerbegebiets auszubauen. Eine reine Verkehrslenkung von Wallau nach Diedenbergen stellt aus ihrer Sicht keine nachhaltige Lösung dar.

Aus diesem Grund haben CDU und FWG gemeinsam einen Antrag eingebracht, der vom Ortsbeirat mehrheitlich beschlossen wurde. Darin werden vier konkrete Maßnahmen gefordert:

  • die Ausweisung einer Straßenverbindung (Querspange) zwischen dem Gewerbegebiet „In der Lach“ und der K785 zur nachhaltigen Entlastung der Anschlussstelle Wallau Nord und Diedenbergen,
  • die Erneuerung der Lichtsignalanlagen entlang der L3017, damit die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur bereits vor Inbetriebnahme des Gewerbegebiets gewährleistet ist,
  • die ergänzende Berücksichtigung der geplanten Wallauer Spange bei der Fortschreibung der Verkehrsprognosen, damit alle wesentlichen zukünftigen Infrastrukturmaßnahmen in die Bewertung einfließen,
  • sowie ein verbindliches Verkehrsmonitoring nach Inbetriebnahme des Gewerbegebiets, um die tatsächlichen Verkehrsströme zu überprüfen und bei Bedarf geeignete Nachsteuerungsmaßnahmen einzuleiten.

Mit ihrem gemeinsamen Antrag verfolgen CDU und FWG das Ziel, wirtschaftliche Entwicklung und den Schutz der Lebensqualität nicht gegeneinander auszuspielen. Die Entwicklung von Wallau Ost III soll nur unter den Voraussetzungen erfolgen, dass die Verkehrsinfrastruktur mitwächst, zukünftige Entwicklungen berücksichtigt werden und die tatsächlichen Auswirkungen nach Inbetriebnahme überprüfbar bleiben.

CDU und FWG sind überzeugt, dass Wallau Ost III nur dann ein Gewinn für Hofheim sein kann, wenn wirtschaftliche Entwicklung, leistungsfähige Infrastruktur und die berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen berücksichtigt werden. Eine Stadt, die attraktiver Wohnstandort im Main-Taunus-Kreis bleiben möchte, benötigt neben Wohnraum auch eine wirtschaftlich tragfähige Basis.

Ebenso wichtig ist CDU und FWG, dass die bereits 2025 einstimmig formulierte Zielsetzung des Ortsbeirats, Lager-, Transport- und Speditionslogistik im Plangebiet auszuschließen, weiterhin konsequent verfolgt wird. Wirtschaftliche Entwicklung muss sich an Qualität und Nachhaltigkeit orientieren – nicht allein an der Größe der ausgewiesenen Gewerbeflächen.

Ziel bleibt eine verantwortungsvolle Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Wallau, die den kommunalen Haushalt stärkt, hochwertige Arbeitsplätze schafft und gleichzeitig die Lebensqualität in Wallau und Diedenbergen dauerhaft sichert.

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