Kritik an Trockenlegung von Brunnen: „Stadt wird ein Stück unattraktiver“

Kritik an Trockenlegung von Brunnen: „Stadt wird ein Stück unattraktiver“

Der Bericht in den Hofheim-News über die Trockenlegung von Brunnen und Bachläufen in Hofheim hat in der Stadt lebhafte Diskussionen ausgelöst. Auch das Stadtparlament wird sich dem Thema demnächst befassen. Die Stadtverwaltung hat aus Kostengründen entschieden, das Wasser in allen Brunnen und Bachläufen abzustellen. Die kleine Fraktion der Linken richtete daraufhin eine Anfrage an den Magistrat. Viele Leser der Hofheim-News zeigten sich betroffen.

Das Thema betrifft nicht nur die Kernstadt. Leserin Claudia Neubert verweist auch auf Diedenbergen: „Vielen Dank für den Artikel über die ,Trockenlegung’ der Wasserrinnen in Hofheim. Es wäre aber schön gewesen, wenn Sie dabei auch mal die Wasserrinne in Diedenbergen erwähnt hätten.“ Im Unterschied zur Hofheim-Kernstadt habe Diedenbergen wenig Attraktives im öffentlichen Raum zu bieten. „Trotzdem ist es bereits im vergangenen Jahr so gewesen, dass die Wasserrinne und der Brunnen fast immer trocken waren und auf Nachfrage vage und unbefriedigende Antworten von der Stadtverwaltung gegeben wurden.“

In Diedenbergen müsse man keine teuren Trinkwasserbrunnen zusätzlich aufstellen, wie in fast jedem Stadtteil vor den Kommunalwahlen gefordert worden sei, schreibt Frau Neubert. Und weiter: „Ist nicht immerzu davon die Rede, wie wichtig Brunnen und Wasser in den Städten sind wegen der zunehmenden Klimaerwärmung?“ Ihr Fazit lautet: „Insgesamt ist das Gefühl einer Vernachlässigung der Ortsteile gegenüber der Kernstadt nicht ganz von der Hand zu weisen.“

Brunnen 2
Der Ambet-Brunnen: Trockene Trostlosigkeit empfängt Hofheim-Besucher, die vom Bahnhof aus in die Innenstadt gehen.

Die Argumentation der Linken geht in eine ähnliche Richtung: „Eine Altstadt lebt davon, dass Menschen gerne dort sind. Dass sie bleiben, sich hinsetzen, noch in einen Laden gehen. Aufenthaltsqualität ist kein ,Bonus’, sondern die Grundlage dafür, dass kleine, lokale Geschäfte überhaupt überleben. Wenn diese Qualität sinkt, bleiben die Leute kürzer oder kommen gar nicht erst“, schreibt die Fraktionsvorsitzende Anita Vogt.

In ihrer Anfrage an den Magistrat heißt es weiter: „Leider haben auch wir Mandatsträger erst über Hofheim-News von der Entscheidung der Stadt erfahren, dieses Jahr alle Springbrunnen und künstlichen Wasserläufe trocken zu lassen.“ Nach Corona, steigenden Kosten und allgemeinen Steuererhöhungen komme nun eine Entscheidung, die indirekt auch den lokalen Handel zusätzlich unter Druck setze – „weil die Stadt ein Stück unattraktiver wird“.

Anita Vogt möchte nun wissen, welche Kosten der Betrieb der Brunnen und Wasserläufe verursacht, welche Einsparpotenziale bestehen und ob es gelingen könne, die Anlagen trotz knapper Haushaltslage in diesem Jahr wieder zu aktivieren – etwa durch Spendengelder.

HN

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