Hofheims Kulturwerkstatt startet wieder durch: Neue Bleibe wurde gefunden!
Es gibt sie noch – die guten Nachrichten aus der Kreisstadt: Die Kulturwerkstatt hat eine neue Bleibe gefunden. Nachdem sie Hof Ehry vor etlichen Monaten verlassen musste – angeblich wegen bevorstehender Umbauarbeiten – zieht sie nun in das ehemalige Bürogebäude an der Elisabethenstraße 3 (neben der alten Stadtbücherei). Schon bald soll das Programm wieder durchstarten.
Die Hofheimer Kulturwerkstatt ist längst ein Stück Kulturgut in Hofheim. Vor vielen Jahren entstand sie aus dem Engagement für ein Kino in Hofheim. Als das Chinon Center samt Kino Wirklichkeit wurde, suchte die Gruppe neue Herausforderungen und gründete den Verein „Kulturwerkstatt“. Vorsitzender Jürgen Werkmann: „Wir wollten ein niedrigschwelliges Kunstangebot etablieren – für wenig Geld, mit viel Kreativität.“
Kurzer Rückblick im Zeitraffer: 2018 zog man unter Gisela Stang in das Haupthaus von Hof Ehry ein. Dort wurden Workshops, breite Kulturangebote und immer wieder auch Ferienprogramme für Kinder angeboten. „Hof Ehry war ideal, im Hof konnten die Kinder spielen“, sagt Heidi Werkmann, die im Vorstand des Vereins mitmacht. Kino-Vorführungen im Wasserschloss wurden organisiert. Auch Musik-Festivals standen auf dem Programm.
2022 kam die erste Kündigung aus dem Rathaus, angeblich wegen Renovierungsarbeiten im Hof Ehry. Werkmann: „Wir konnten aber noch bleiben – bis eine neue Kündigung kam, weil die Renovierung angeblich unmittelbar bevorstand.“ Mitte 2024 musste der Verein endgültig ausziehen. Heute ist bekannt: Die Stadt erneuerte bisher lediglich die Toiletten im Nebentrakt – weitere Pläne für das denkmalgeschützte Gebäudeensemble sind nicht bekannt.
Nach dem Auszug wurde es still um die Kulturwerkstatt.Bei Stadtfesten wie dem Europafest, dem Christopher Street Day oder dem Sommerschein-Festival zeigte man sich noch mit Kreativangeboten. Doch die einstigen Aktivitäten war deutlich heruntergedimmt.
Jetzt der Neustart. „Unser Dank an die Stadtspitze – sie hat uns sehr geholfen“, sagt Werkmann. Für den Raum im Erdgeschoss zahle der Verein monatlich 150 Euro an die Stadt. Das Geld soll über die Beiträge der 50 Mitglieder, Einnahmen aus Kursangeboten und Spenden zusammenkommen.

Bei aller Freude – ein bisschen Sorge, bald wieder weichen zu müssen, schwingt mit: In den städtischen Gremien wurde zuletzt überlegt, ob das leerstehende Bürogebäude an der Elisabethenstraße für die Musikschule genutzt werden könnte. Die ist derzeit im Pfälzer Hof untergebracht – auch der gilt als marode und dringend sanierungsbedürftig. Ein konkreter Plan, wie die Stadt ihre Gebäude angesichts der prekären Finanzlage nutzen will, liegt jedoch nicht vor.
Die Kulturwerkstatt will ihre Chance jedenfalls nutzen: Sonntag trifft man sich zur Einweihung – und dann soll auch bald das Programm wieder hochgefahren werden. Mit einer Mal-Nacht, einer Wolle-Werkstat…

