Propst Oliver Albrecht verabschiedete sich – und kommt nach Wallau
Der evangelische Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, ist bei einem Gottesdienst in der Frankfurter Heiliggeistkirche aus seinem Dienst verabschiedet worden. Er hatte im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, aus persönlichen Gründen aus dem Leitungsamt ausscheiden zu wollen. Ab März kehrt er ins Gemeindepfarramt zurück und wird Pfarrer in Delkenheim und Wallau.
Das Propstamt in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist mit dem eines Regionalbischofs oder einer Regionalbischöfin in anderen Kirchen vergleichbar. Oliver Albrecht (63) war seit 2015 Propst für Rhein-Main mit Sitz in Wiesbaden. Er ging gemeinsam mit der evangelischen Pröpstin für Oberhessen, Anke Spory. Wer ihre Nachfolge antritt ist offen. Die EKHN-Kirchensynode wird im April auf einer Tagung voraussichtlich auch darüber diskutieren, wie die Leitungsstrukturen der EKHN einschließlich dem Propstamt künftig ausgestaltet sein sollen.
In seiner Predigt in der Frankfurter Heiliggeistkirche nahm Propst Albrecht das Thema Veränderung und Beständigkeit in den Blick. Übergänge gehörten zum kirchlichen Leben. „Abschiedsschmerzen“ seien verständlich, dürfen jedoch kein Dauerzustand sein. Veränderungen seien auch für die Kirche notwendig. „Der Aufbruch ist nicht besser als das dableiben. Nur eben anders“, so Albrecht. Aufbrechen, aber auch Dableiben würden durch Gottes Segen verbunden.
Bei dem Festgottesdienst zum Abschied dankte die hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Christiane Tietz in einem Gebet für den Dienst von Pröpstin Spory und Propst Albrecht in der EKHN. Sie würdigte das große Engagement, mit denen beide die Kirche geprägt haben.
Zum Abschied von Propst Oliver Albrecht dankte Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf für elf Jahre engagierten Dienst in geistlicher und organisatorischer Leitungsverantwortung. Albrecht habe das Propstamt „nicht nur als Leitungsfunktion, sondern ausdrücklich geistlich“ verstanden. Besonders in Zeiten großer Veränderungen sei ihm wichtig gewesen, dass Pfarrpersonen erfahren: „Ich bin gesehen.“
Neben der Begleitung großer Strukturprozesse habe er den hessen-nassauischen Transformationsprozess ekhn2030 aktiv mitgestaltet und sich „leidenschaftlich für die Verbindung von Kirche und Diakonie eingesetzt“. Der Wechsel zurück in den Gemeindepfarrdienst sei ein bewusstes Zeichen, dass geistliche Leitung, Verkündigung und Seelsorge zusammengehören. Scherf würdigte seine „theologische Leidenschaft, Innovationsfreude und Begeisterungsfähigkeit“.
Unser Bild oben zeigt Pröpstin Anke Spory und Propst Oliver Albrecht beim Abschiedsgottesdienst.
Quelle: Evangelische Kirche in Hessen und Nassau – Foto: EKHN/Rahn

