Mit Schaufel und Jutesack: Hofheim schickt einen Zentner Erde in den Bundestag
Rege Betriebsamkeit herrschte kürzlich im Essbaren Klimawäldchen am Hofheimer Steinberg: Anna Lührmann vom Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Deutschen Bundestages, hatte zu einer ungewöhnlichen, überparteilichen Aktion eingeladen: Hofheimer Erde für den Berliner Reichstag
Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen waren dazu aufgerufen, jeweils einen Zentner Erde aus ihren heimischen Wahlkreisen nach Berlin zu bringen und rund um die Buchstaben des Kunstprojekts „Der Bevölkerung“ zu verteilen, das sich direkt am Reichstagsgebäude befindet. Der Konzeptkünstler Hans Haacke hatte das bekannte partizipatorische Werk 1999 entworfen. Im nördlichen Lichthof des Reichstagsgebäudes leuchten in weißen Buchstaben die Worte „Der Bevölkerung“ in den Himmel.
Um die Aktion zu unterstützen, nahm sich Anna Lührmann gemeinsam mit Katharina Kownatzki und Norbert Preusche von der Initiative Essbare Stadt die Zeit, um mit rund 50 Schulkindern, Lehrerinnen und Ehrenamtlichen der Initiative sowie dem Ersten Stadtrat Daniel Philipp über das Kunstprojekt zu sprechen und Hofheimer Erde mit nach Berlin zu nehmen. Die Kinder setzten dafür mit viel Freude neue Zwiebeln im Klimawäldchen ein und die dabei aufgewühlte Erde wanderte in den Jutesack für Berlin; eine echte „win-win-Aktion“. Anna Lührmann freut sich über das Kunstwerk, das auf diese Weise weiter wächst: „Die Buchstaben leuchten nicht weit von meinem Büro entfernt. Das Kunstwerk erinnert mich jeden Tag daran, das ich in Berlin das ganze Land vertrete; mit der Natur und allen Menschen.“

Bis heute haben sich bereits rund 500 Abgeordnete an der Aktion beteiligt. Die so zusammengetragene Erde enthält Samen aus ganz Deutschland. Bewusst wird dort nicht gärtnerisch eingegriffen, sodass sich auf dem Areal ein wildes, sich ständig veränderndes Biotop entwickeln kann. Damit wird ein symbolisches, lebendiges Zeichen für ein vielfältiges und plurales Zusammenleben der Bevölkerung in unserem Land gesetzt.
Auch Erster Stadtrat Daniel Philipp betonte die besondere Bedeutung der Aktion für die Kinder: „Mit der Hofheimer Erde seid jetzt auch ihr ein Stück weit in Berlin dabei. Das finde ich besonders schön, denn es geht bei dieser Aktion auch um die kommenden Generationen.“ Aus etwas ganz Alltäglichem, aus unserer Erde, entstehe dort ein lebendiges Kunstwerk. „Wenn ihr später einmal nach Berlin kommt und den Bundestag besucht, könnt ihr sehen, was aus der Hofheimer Erde geworden ist. Und dass diese Erde aus unserem Essbaren Klimawäldchen kommt, macht die Sache noch besonderer. Die Initiative Essbare Stadt leistet hier tolle Arbeit – solche Projekte unterstützen wir als Stadt sehr gerne.“
Dass sich zukünftig Erde aus dem Hofheimer Essbaren Klimawäldchen in dem großen grünen Beet in Berlin befindet, darf auch als herzlicher Gruß aus der Kreisstadt gesehen werden. So verbinden sich ähnliche Leitsätze der Essbaren Stadt Hofheim mit dem Anliegen des Kunstprojekts: Vielfalt friedlich in demokratischer Gemeinschaft zu leben.
Quelle: Stadtverwaltung

