26 Mülleimer weg: Jetzt erklärt die Stadt die Wald-Sparmaßnahme

26 Mülleimer weg: Jetzt erklärt die Stadt die Wald-Sparmaßnahme

Seit Tagen machen viele Hofheimerinnen und Hofheimer ihrem Ärger in der Facebookgruppe „Wir in Hofheim“ Luft: Im Stadtwald wurden zahlreiche Mülleimer abmontiert – mit sichtbaren Folgen. Fotos von herumliegendem Abfall sorgten für hitzige Diskussionen. Während einige Nutzer kritisieren, dass trotz hoher Steuereinnahmen immer mehr Leistungen wegfielen, halten andere dagegen, dass jeder seinen Müll selbst wieder mitnehmen müsse.

Auch die Frage nach der Verantwortung wurde kontrovers diskutiert: Manche Kommentatoren zeigen wenig Verständnis dafür, Abfälle einfach dort liegenzulassen, wo zuvor ein Mülleimer stand. Andere wiederum fordern, eine grundlegende Infrastruktur müsse weiterhin gewährleistet bleiben.

Kritik gab es dabei nicht nur an der Entscheidung selbst, sondern auch an der Kommunikation der Stadtverwaltung. Viele hätten sich gewünscht, dass die Verwaltung die Maßnahme frühzeitig erklärt und begründet hätte.

Jetzt reagiert die Stadtverwaltung – und liefert Zahlen: Insgesamt seien 26 Mülleimer abgebaut worden. Grundlage dafür sei ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Nach Angaben der Stadt sollen dadurch rund 17.000 Euro eingespart werden.

Hier die Mitteilung der Stadtverwaltung im Wortlaut:

Daniel Philipp: Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht

Von den 34 Mülleimern, die bisher im Hofheimer Stadtwald aufgestellt waren, verbleiben acht im Forst. Der Rest ist testweise abgebaut worden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes beschlossen.

„Es hat uns zwischen April und Dezember 2025 rund 15.700 Euro gekostet, die Mülleimer leeren zu lassen“, so Erster Stadtrat Daniel Philipp. „Indem wir uns auf acht Mülleimer beschränken, sparen wir im gesamten Jahr rund 17.100 Euro.“ Deshalb prüfe man vorübergehend, ob man im Wald auch mit weniger Mülleimern auskommen könne. Weitere Gründe seien Tier- und Umweltschutz. So verteile der Wind den Müll häufig aus vollen Eimern im Wald. 

Die Pfosten und Halterungen, an denen die Mülleimer befestigt waren, bleiben jedoch an Ort und Stelle. So kann der alte Zustand zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls schnell wiederhergestellt werden. Darüber hinaus werden an den Pfosten Schilder befestigt, die die Situation erklären. Die Mülleimer an den Waldrändern, die in der Vergangenheit besonders stark genutzt wurden, bleiben stehen:

  • Hofheim Forstgelände/ Wildgehege
  • Hofheim Hundewiese Viehweide
  • Marxheim Gymnasiumschneise
  • Marxheim Waldparkplatz Sportpark Heide
  • Marxheim Hundewiese
  • Diedenbergen Naturparkplatz Weberhäuschen (K787)
  • Lorsbach Waldparkplatz Buchwaldweg (L3368)
  • Wallau Waldparkplatz (K793)

Nach Angaben der Mitarbeiter des Forsts und des Bauhofs kommt es häufig vor, dass Menschen ihren Hausmüll in einen der Abfalleimer im Wald werfen, anstatt ihn richtig zu entsorgen. Das lockt Wildtiere an, die beim Durchwühlen des Abfalls Plastik fressen oder sich verletzen. „Ich kann nur dringend dazu aufrufen, so etwas zu unterlassen“, erläutert Philipp. Der beste Müll sei der, der gar nicht erst entstehe. Deshalb bitte er alle Waldbesucher, ihre Verpflegung bei einem Waldbesuch möglichst „müll-arm“ zu gestalten. „Ein bewährtes Konzept ist: Was mit in den Wald kommt, geht auch wieder mit nach Hause.“

In dem Zusammenhang weist Philipp auf den sogenannten „wilden Müll“ hin, der ein Problem im ganzen Stadtgebiet darstelle, nicht nur im Wald. Im vergangenen Jahr habe es die Stadt rund 52.000 Euro gekostet, ihn zu beseitigen. Die Beispiele reichten von weggeworfenen Pizzakartons bis hin zu Erdaushub, der in großem Stil auf einen Feldweg gekippt worden sei.

Übrigens: Autoreifen oder Müllsäcke irgendwo „wild“ abzuladen, ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen geahndet werden kann. In schweren Fällen kann das sogar eine Straftat nach dem Strafgesetzbuch sein – zum Beispiel bei Umweltstraftaten, wenn etwa Öl oder Chemikalien auslaufen, bei größeren Müllmengen oder bei wiederholten Verstößen.

Quelle: Stadtverwaltung

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