Hier sind sie: Alle Namen der neuen Stadtverordneten – einer ist 88 Jahre alt
Die Wahl ist vorbei, das Ergebnis steht fest – und doch gibt es Überraschungen. Die Namen der künftigen Stadtverordneten stehen fest – zumindest auf dem Papier. Mindestens einer ist dabei, der das Mandat garantiert nicht annehmen wird. Und ein gewählter Stadtverordneter ist schon 88 Jahre alt. 45 Sitze waren zu vergeben, über die Verteilung auf die Parteien haben wir bereits berichtet [hier]. Danach wanderten die Mandate in der Reihenfolge der Stimmen an die einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten. Hier ist der aktuelle Stand mit allen Gewählten und ihren Stimmenzahlen.
Einige Namen stechen sofort ins Auge: Bürgermeister Willi Schultze erzielte mit 10.998 Stimmen das mit Abstand beste Ergebnis. Er wird das Mandat aber bestimmt nicht annehmen: Er will schließlich noch ein bisschen Bürgermeister bleiben, und dann kann er nicht gleichzeitig Stadtverordneter werden. Die Absicht hinter seiner Kandidatur war durchschaubar: Schultze wollte seiner Partei mehr Stimmen verschaffen. Das ist gelungen.
Auch der Name von Wolfgang Exner steht auf der Liste der Gewählten: Hofheims ehemaliger Erster Beigeordnete sammelte immerhin 4.642 Stimmen ein – beachtlich, wenn man bedenkt, dass der CDU-Mann als einer der Architekten der Hofheimer Finanzmisere gilt. Ob er seinen Sitz im Stadtparlament antritt, bleibt abzuwarten.

Auf Platz zwei der stimmenstärksten Lokalpolitiker – direkt hinter Bürgermeister Willi Schultze – folgt Tanja Lindenthal. Die Fraktionsvorsitzende der BfH und engagierte Naturschützerin vereinte beachtliche 7.795 Stimmen auf sich. Ihr Einsatz weit über die Stadtpolitik hinaus und ihr klares, geradliniges Auftreten haben offenkundig viele Wähler überzeugt.
Die weiteren BfH-Plätze: Yvonne Kathrin Guretzka (7.120), Helmut Henrich (7.092), Michael Schulze (6.804), Mert Sahiner (6.405), Klaus Schreiber (6.367), Patrick Gregor Bernd Stommel (6.004) und Rainer Aßmann (5.902).
Die Ergebnisse der BfH sind auch aus diesem Grund bemerkenswert: Früher dominierten bei den meisten Stimmen zumeist CDU-Granden. Diesmal wurden sie von etlichen Mitgliedern der BfH deutlich überholt. Das beste Ergebnis für die Christdemokraten fuhr wie gewohnt der Landtagsabgeordnete Axel Wintermeyer ein – er bekam diesmal allerdings „nur“ 6.256 Stimmen. Andreas Hegeler, als Stadtverordnetenvorsteher all die Jahre sehr präsent, musste sich mit 6.022 Stimmen begnügen. Die weiteren CDU-Plätze: Dr. Kristin Seitz (5.347), Sabine Nix (5.347), Jürgen Pauly (5.251), Armin Thaler (5.228), Jörg Ströhmann (5.008), Jens Fleck (4.972), Patrick Freiherr von Rosen (4.812), Michael Müller (4.765), Birgit Krämer (4.762) – und eben Wolfgang Exner (4.642).
Die AfD zieht mit drei Stadtverordneten ins Parlament ein: Karl Heinz Hellenkamp (4.587 Stimmen), René Mickle (4.529) und Dr. Gernot Laude (4.503). Laude ist bereits 88 Jahre alt. Bis 2011 war er FDP-Stadtverordneter und ehrenamtlicher Stadtrat in Hofheim, vor fünf Jahren wurde er für die AfD in den Kreistag gewählt und leitete dessen erste Sitzung als Alterspräsident. Danach hörte man nichts mehr von ihm – bis sein Name auf der AfD-Kandidatenliste fürs Stadtparlament auftauchte.
Die SPD ist mit sechs Mitgliedern vertreten. Die meisten Stimmen erhielten Aaron Kowacs (5.499), Tobias Undeutsch (5.085), Penelope Guckler (4.245), Alexander Tulatz (4.223), Rita Reiter-Mollenhauer (4.047) und Vinzent Weber (3.730).
Die Grünen sind mit acht Mandatsträgern im Stadtparlament vertreten: Bettina Brestel (6.598), Christa Katzenbach (5.994), Eva Litzius (5.971), Nadja Paulus (5.952), Simon Schnellrieder (5.804), Haluk Kaya (5.446), Olaf Bruhn (5.321) und Oliver Christ (5.184).
Die FDP ist nur noch mit zwei Stadtverordneten dabei: Ralf Weber (2.819 Stimmen) und Michaela Schwarz (2.768).
Die FWG zieht mit drei Kandidaten ins Parlament ein: Andreas Nickel (2.893), André Seuberth (2.542) und Silvia Stengel (2.383).
Die Linke bleibt unverändert mit zwei Stadtverordneten dabei: Anita Vogt (3.127) und Baris Agus (2.682).
Altbekannte Hofheimer Namen tauchen jetzt im Kreistag auf
Zum Schluss noch zwei Namen, die in den vergangenen Jahren die Stadtpolitik prägten – leider alles andere als positiv: Altbürgermeister Christian Vogt, der vielfach als Hauptverantwortlicher für die aktuelle Finanzmisere der Stadt bezeichnet wird und von den Linken unlängst – und unwidersprochen – öffentlich der „kriminellen Energie“ bezichtigt wurde, kandidierte erneut und erhielt immerhin noch 4.318 Stimmen. Im Stadtparlament wird er wohl nicht auftauchen. Aber im Kreistag kann er weitermachen – da wurde er wiedergwählt.
Auch Bernhard Köppler (SPD) stand auf der Liste fürs Hofheimer Stadtparlament. Als ehemaliger SPD-Beigeordneter wird ihm zugeschrieben, dass die wichtigsten städtischen Gebäude völlig verfallen sind, ohne dass etwas unternommen wurde. Dennoch bekam er 2.526 Stimmen. Das wird fürs Stadtparlament nicht reichen – im Kreistag aber ist Köppler vertreten.
Neben ihm sitzt dann eine alte Bekannte aus Hofheim: Gisela Stang, die langjährige SPD-Bürgermeisterin von Hofheim, wurde ebenfalls für das MTK-Parlament gewählt.
HN/TR

