Neue Brücken-Baustelle: Stadtverordnete sauer – Hessen Mobil bleibt stur

Neue Brücken-Baustelle: Stadtverordnete sauer – Hessen Mobil bleibt stur

Die zweite Großbaustelle in Hofheim ist eröffnet: Hessen Mobil saniert auf der L3011 für rund zwei Millionen Euro ein Brückenbauwerk über den Bahngleisen. Die Arbeiten sollen sich bis Ende des Jahres hinziehen. Für massive Verärgerung sorgt, dass die Straße aus Richtung Kriftel/Hattersheim in Richtung Lorsbach komplett gesperrt wird. Einstimmig – und mit erkennbarer Empörung – haben Hofheims Stadtverordnete am Dienstagabend einen Antrag verabschiedet: Die Straßen müsse in beiden Richtungen geöffnet werden. Hessen Mobil jedoch scheint zum Einlenken nicht bereit – und hat ein starkes Argument parat.

Die Stadtverordneten fordern den Magistrat auf, „schnellstmöglich“ mit dem Hessischen Verkehrsminister Kontakt aufzunehmen. Die einspurige Fahrspur durch die Baustelle – derzeit nur für Autofahrer aus Richtung Lorsbach in Richtung Kriftel/Hattersheim freigegeben – sollte mit einer Ampelanlage abwechselnd in beide Richtungen geöffnet werden.

Hessen Mobil hatte auf Anfrage von Hofheim-News bereits mitgeteilt, dass das nicht machbar sei. An diesem Mittwoch bekräftigt ein Sprecher der Landesstraßenbaubehörde nochmals: Eine bereits installierte provisorische Ampel am Abzweig zur Lorsbacher Straße stehe dort „einzig wegen der parallel laufenden Baumaßnahme am Ringverkehr der B 519“. Diese große Innenstadt-Baustelle habe zu mehr Autoverkehr in der Lorsbacher Straße geführt: „Die provisorische Lichtsignalanlage ist notwendig, damit der Verkehr dort weiterhin geordnet und leistungsfähig abgewickelt werden kann.“ 

Und dann sagt Hessen Mobil auch noch, und ein solches Argument wiegt schwer: Die Polizei habe im Einmündungsbereich zur L3011 bereits vermehrt Unfälle registriert „und sich ihrerseits grundsätzlich für eine Ampel ausgesprochen“.

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Seit Donnerstag ist die L3011 nur noch einspurig zu befahren – aus Richtung Lorsbach.
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Von unten wird erkennbar, wie gewaltig das Brückenbauwerk über den Bahngleisen ist.

Eine weitere Ampel direkt an der neuen Baustelle sei nicht möglich, „weil sich Fahrzeuge von der Brückenbaustelle zurück bis in den Einmündungsbereich stauen und dort den Verkehr blockieren“ würden. Außerdem ließen sich beide Ampelanlagen „aus technischen Gründen nicht aufeinander abstimmen“.

Vor diesem Hintergrund sei entschieden worden, während der Bauzeit eine Fahrtrichtung der L3011 entfallen zu lassen. „Simulationen des Verkehrsflusses durch unsere Planer haben bestätigt, dass diese Lösung insgesamt am zuverlässigsten funktioniert.“

HN/TR – Fotos: Raimund Rupp

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