Christian Vogt: Neuer Job – Tür an Tür mit dem Ministerpräsidenten
„Echte Fründe ston zesamme“ heißt ein bekannter Hit der Kölner Band Höhner. Eine Hymne auf bedingungslose Loyalität. In der Politik scheint dieses Prinzip ebenfalls zu gelten – zumindest, wenn man den Werdegang von Christian Vogt betrachtet. Jetzt wurde bekannt:
Hofheims abgewählter CDU-Altbürgermeister ist zurück – nicht in seiner Stadt, die ihn nach nur einer Amtszeit abwählte, sondern im Machtzentrum des Landes. Inzwischen leitet er das Büro des Chefs der Staatskanzlei in Wiesbaden, Tür an Tür mit CDU-Ministerpräsident Boris Rhein.
Offiziell klingt das nüchtern. „Als Landesbeamter ist Herr Vogt nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Bürgermeister regulär zurückgekehrt in die Landesverwaltung“, teilt Staatssekretär Tobias Rösmann auf Anfrage mit. Formal korrekt. Verwaltungstechnisch sauber.
Praktisch bedeutet es: eine Führungsfunktion. Vogt organisiert und leitet das Büro von Benedikt Kuhn (CDU). So heißt der Chef der Staatskanzlei der hessischen Landesregierung. Vogt bewertet Hausvorlagen inhaltlich, bereitet Termine vor, koordiniert und begleitet sie. Wer Zugang will, wer Themen platzieren will, wer mitreden möchte – kommt an diesem Büro nicht vorbei.
Im Organigramm firmiert Vogt sogar als stellvertretender Leiter des Leitungsstabs. Hinter seinem Namen steht die Abkürzung „mdWdGb“. Aufgeschlüsselt heißt das: „Mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt.“ Übersetzt: zunächst kommissarisch. Politisch gelesen: mitten drin.
Und Hofheim?

Hier diskutiert die Politik inzwischen drastische Maßnahmen. Vogt war im März vergangenen Jahres abgewählt worden. Erst nach seinem Abschied wurde das volle Ausmaß der finanziellen Schieflage der Kreisstadt sichtbar. Aktuell steht eine massive Erhöhung der Grundsteuer B im Raum – von einer Verdreifachung die Rede, um den Haushalt zu stabilisieren. Alle(!) Bürgerinnen und Bürger werden teuer dafür bezahlen müssen, was Vogt politisch hinterlassen hat.
Wir wollten von Staatssekretär Rösmann wissen, wie die Personalentscheidung vor diesem Hintergrund kommuniziert und begründet wurde – und weshalb ausgerechnet ein in schwieriger Haushaltslage abgewählter Bürgermeister nun in unmittelbarer Nähe des Ministerpräsidenten zentrale Steuerungsaufgaben übernimmt.
Eine Antwort darauf blieb aus.
Unser Bild oben zeigt einen Screenshot aus Vogts wöchentlichem Video „Freitagsblick“: Stolz verkaufte er einen Zwei-Jahres-Haushalt – dessen Zahlen später kaum noch durchschaubar waren und das Minus wachsen ließen.
HN/TR

