Verteilerring: Bauarbeiten verzögern sich erneut – lokale Geschäfte unter Druck
In Hofheim am Taunus reißen die schlechten Nachrichten nicht ab: Polar Mohr denkt über einen Wegzug nach, neue Gewerbegebiete kommen nicht voran, das Hoffnungsprojekt Wallauer Spange ist gestoppt, viele städtische Gebäude sind marode… Dazu klafft in der Stadtkasse ein Millionenloch, drastische Steuererhöhungen stehen bevor – und das Rathaus wirkt ratlos. Jetzt der nächste Hammer: Die Baustelle vorm Bahnhof verzögert sich, soll erst Ostern fertig werden. Ob die Sanierung des Verteilerrings noch in diesem Jahr zu schaffen ist: großes Fragezeichen. Für Hofheims Kaufleute sind das trübe Aussichten.
Ursprünglich sollte der erste Bauabschnitt schon Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Der Vorplatz des Bahnhofs wird als Busparkplatz ausgebaut, Rohrleitungen und Stromkabel werden erneuert, Fahrbahn und Gehweg komplett saniert. Die Hattersheimer Straße zwischen Rheingaubrücke und der Ausfahrt des DB-Parkhauses ist seit Oktober voll gesperrt.
Erst hieß es, die Arbeiten würden bis Weihnachten dauern. Dann wurde die Fertigstellung auf Januar, später auf Februar verschoben. Jetzt teilt Hessen Mobil mit:
„Der erste Bauabschnitt der Sanierung des Ringverkehrs an der B 519 in Hofheim dauert nach aktuellem Stand bis Anfang April und soll bis Ostern abgeschlossen werden.“
Grund für die Verzögerung: Die Böschung neben der Straße muss komplett saniert werden – offenbar ein Überraschungspaket, das bisher nicht eingeplant war. Säemann: „Zunächst war ein Teilbereich der Böschung instandgesetzt worden, nachdem Oberflächenwasser einen Rutsch verursacht hatte. Im Zuge der Gehwegsanierung wurde festgestellt, dass weitere Abschnitte ebenfalls dringend sanierungsbedürftig sind.“ Um langfristige Stabilität und Verkehrssicherheit zu gewährleisten, werde die Böschung nun „umfassender ertüchtigt“.
Säemann betont, dass die Gesamtmaßnahme – also die komplette Sanierung des Verteilerrings – nach aktuellem Stand bis Ende des Jahres fertiggestellt werden könnte. Die Zeitangabe wirkt allerdings optimistisch, wenn man bedenkt, dass sich schon der erste Bauabschnitt um fast vier Monate verzögert hat.
Für die Geschäftsleute der Innenstadt wäre eine verlängerte Bauzeit ein harter Einschnitt. Das große Chaos sei dank intelligenter Verkehrsführung zwar ausgeblieben, so Markus Buch, Vorsitzender des Gewerbevereins IHH. Dennoch mussten die Händler teils deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Sollte auch das nächste Vorweihnachtsgeschäft wegen der Baustelle einbrechen, wäre das ein bitterer Rückschlag. Man werde genau darauf achten, dass Hessen Mobil bei Lenkungsmaßnahmen die Interessen der Hofheimer Geschäftswelt berücksichtigt.
Baustelle Nr. 2 bringt neue Wege für Autofahrer
Wenn die Hattersheimer Straße vor dem Bahnhof in ein paar Wochen fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben wird, startet Bauabschnitt Nr. 2: Der Verteilerring wird von der Hattersheimer Straße über die Schwarzbach-Brücke bis zur Ampelanlage vor der Esso-Tankstelle an der Elisabethenstraße saniert.
Autofahrer müssen sich dann wieder auf eine neue Straßenführung einstellen: Die Einbahnstraßenregelung in der Hattersheimer Straße – vor dem Bahnhof – wird umgekehrt. Fahrzeuge aus Krifteler Richtung können dann in Richtung Rheingaubrücke fahren. Der übrige Ringverkehr bleibt in beide Richtungen befahrbar. Von der Rheingaubrücke aus ist während dieser Zeit nur noch ein Linksabbiegen in die „Alte Bleiche“ möglich. Die Zufahrt Richtung Marxheim über die Rheingaubrücke bleibt mit einer Fahrspur weiterhin offen.
HN/TR


