Kellereiplatz: Bündnis ruft zum Engagement gegen Rechts auf
Mit einer Mahnwache erinnert das Bündnis MTK gegen Rechts am Donnerstag,19. Februar, ab 18 Uhr auf dem Kellereiplatz an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau. Es werden Kurzbiografien der neun Menschen vorgelesen, die vor sechs Jahren aus rassistischen Motiven in Hanau ermordet wurden, nur rund 50 Kilometer von Hofheim entfernt. Noch immer sind viele Fragen der Hinterbliebenen unbeantwortet, etwa zum Handeln der Sicherheitsbehörden im Vorfeld des Attentats, in der Tatnacht und bei der Aufarbeitung.
Bei dem Anschlag von Hanau hat am 19. Februar 2020 ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen mit Migrationsgeschichte in Hanau erschossen. Anschließend tötete er seine Mutter und schließlich sich selbst. Die Bundesanwaltschaft stufte die Tat als rechtsextremistisch und rassistisch motivierten Terroranschlag ein.
Am Jahrestag wird das Bündnis MTK gegen Rechts ein Banner mit den Bilder der Ermordeten und der Aufschrift „Rassismus tötet“ am Kellereigebäude aufhängen. „Wir danken der Stadt Hofheim, die ermöglicht hat, dass die Mahnung an dieser prominenten Stelle zu sehen sein wird“, so das Bündnis MTK gegen Rechts.
Seit 1990 sind in Deutschland mehr als 200 Tote durch Rassismus und Rechtsextremismus zu beklagen. Dabei wächst die Gefahr durch rechte Gewalt stetig. Im vorigen Jahr wurden 1.521 Fälle von politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum aktenkundig. 2024 waren es laut der Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) 1.488, im Jahr 2023 wurden 1.270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund gezählt.
„Diskriminierung und menschenfeindliche Haltungen vergiften das gesellschaftliche Klima und aus Worten werden Taten wie die von Hanau“, so das Bündnis MTK gegen Rechts: „Wir sind sehr besorgt, dass die AfD bei der Kommunalwahl erstmals auch zum Hofheimer Stadtparlament antritt, denn sie ist der parlamentarische Arm der extremen Rechten.“
Quelle: Bündnis gegen Rechts

