Jazzkeller unter Wasser, Sparhammer über Hofheim – alles am 14. Januar

Jazzkeller unter Wasser, Sparhammer über Hofheim – alles am 14. Januar

Und plötzlich ging es dann doch ganz schnell: Nachdem die Hofheim-News ein bislang unveröffentlichtes Schreiben von Landrat Michael Cyriax publik gemacht hatten („Kreis stoppt Hofheims Haushalt – Jetzt kommt der Sparhammer“), reagierte das Rathaus ganz fix und lud die Stadtverordneten ein.

Am 14. Januar soll jetzt der Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss tagen. Dann sollen die Stadtverordneten erstmals über den Haushalt 2026 beraten. Der Entwurf von Bürgermeister Wilhelm Schultze sieht angesichts der dramatischen Finanzsituation eine Verdreifachung der Grundsteuer B vor – das wäre ein Schock für viele Bürgerinnen und Bürger, es würde nahezu alle unmittelbar und richtig hart treffen.

Das ist jetzt die große Herausforderung für die Stadtpolitik: Lässt sich eine solche Steuer-Explosion noch abwenden? Millionen müssten im Haushalt eingespart und/oder über Steuer- und Gebührenerhöhungen sowie Grundstücksverkäufe hereingeholt werden. Landrat Cyriax mahnte in seinem Schreiben, wie berichtet, unmissverständlich: „Es ist daher dringend geboten, die Aufwendungen und Auszahlungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren sowie die Erträge und Einzahlungen zu erhöhen.“

Die Ausschusssitzung beginnt ausnahmsweise bereits um 18 Uhr: Die Linken hatten Akteneinsicht zu einem Wasserschaden im Jazzkeller verlangt. In der denkmalgeschützten Güterhalle am Bahnhof, wo inzwischen die Taunus Braumanufaktur eingezogen ist, war der Fußboden mit Hochdruckreinigern gesäubert würden – das Wasser lief direkt in den darunterliegenden Jazzkeller. Seitdem sind die Räumlichkeiten unbrauchbar. Es besteht der Verdacht, dass die Stadtverwaltung versäumt hat, die Versicherung zu informieren, die den Schaden hätte abdecken können.

Das Rathaus hat inzwischen eine erste Liste aller in dem Gebäude durchgeführten Baumaßnahmen erstellt. Sie liegt den Hofheim-News vor und enthält mehr als 40 Positionen – von „Bereitstellung Materialcontainer“ für 123,59 Euro bis „Putz-Rückbau und Trocknung Jazzkeller“ für 12.828,33 Euro.

Insgesamt wurden bereits 149.126,37 Euro ausgegeben – seit Mitte 2024.

So richtig sichtbar ist davon allerdings bislang nichts – und weitere Investitionen sind nötig, wenn der Jazzkeller erhalten bleiben soll. Laut Rathaus-Pressestelle wurde der Jazzkeller im Haushalt unter dem Arbeitstitel „Sanierung Güterschuppen“ verbucht. Für die weiteren Maßnahmen seien insgesamt 360.000 Euro vorgesehen. Rathaussprecher Jonathan Vorrath: „Weitere Mittel sind in den Folgejahren eingeplant.“

Das ist allerdings nur ein Vorschlag des Magistrats. Ob die Stadtverordneten damit einverstanden sind und diese Summe für die Sanierung des Jazzkellers ausgeben wollen, wird sich in den anstehenden Haushaltsberatungen zeigen – erstmals am Mittwoch, 14. Januar, im Haupt- und Finanzausschuss.

Die Sitzung ist öffentlich; interessierte Hofheimerinnen und Hofheimer dürfen zuhören (aber nicht mitreden).

HN/TR

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