Wunschzettel trifft Wirklichkeit: Am Mittwoch wird in Hofheim abgerechnet

Wunschzettel trifft Wirklichkeit: Am Mittwoch wird in Hofheim abgerechnet

Kurz vor Weihnachten tritt das Hofheimer Stadtparlament noch einmal zusammen – allerdings nicht zur Bescherung, sondern zur Abrechnung. Bürgermeister Wilhelm Schultze bringt den Haushalt für 2026 ein. Festliche Gefühle sind dabei nicht zu erwarten: Was an diesem Abend vorgestellt wird, dürfte für viele politische Wunschzettel eher einem stillen Begräbnis gleichkommen.

Denn Hofheims Kasse ist leer. Nicht „ein bisschen knapp“, sondern ernsthaft leer. Millionen fehlen, und plötzlich wird aus jahrelangem Wunschdenken bitterer Ernst. Es gibt wie immer nur zwei Wege aus dem Dilemma: Entweder die Stadt spart – dann müssen alle den Gürtel enger schnallen. Oder sie greift tiefer in die Taschen der Bürgerinnen und Bürger, über höhere Steuern und Gebühren. Am Ende dürfte es, wenig überraschend, auf eine Mischung aus beidem hinauslaufen.

Sparen tut weh, Abkassieren auch.

Was genau auf Hofheim zukommt, wird am Mittwoch, 17. Dezember, erstmals konkret. Die Sitzung in der Stadthalle ist öffentlich. Wer live verfolgen möchte, wie der neue Bürgermeister – er ist noch keine hundert Tage im Amt – versucht, Ordnung in ein finanzielles Trümmerfeld zu bringen, kann ab 18 Uhr dabei sein.

Der Haushaltsentwurf ist dabei nur der Auftakt. Die eigentliche Schlacht folgt in den kommenden Wochen: Ausschüsse, Änderungsanträge, Kürzungsdebatten. Und das alles mitten im Vorfeld der Kommunalwahl am 15. März. Gerade im Wahlkampf versprechen Politiker normalerweise gerne neue Ideen, bessere Angebote und große Visionen.

Dumm nur, dass Visionen Geld kosten – und Geld gerade nicht vorhanden ist.

Neben dem Haushalt stehen auch noch einige Anträge auf der Tagesordnung, die in der Stadtverordnetenversammlung letzte Woche liegen geblieben sind. Darunter manches, was eher nach Wohlfühlpolitik als nach Kassensturz klingt: mehr Stellplätze für Lastenräder und Motorräder, KI-gestützte Kameraüberwachung am Bahnhof oder gleich ein neues Sportplatzgelände für den SV 09 an der Zeilsheimer Straße. Man darf gespannt sein, welche Ideen den Kassensturz überleben.

Oder anders gesagt: Welche politischen Träume schon vor Weihnachten endgültig beerdigt werden.

Quelle: HN

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