In 100 Tagen sind Wahlen – AfD tritt jetzt auch in Hofheim an
In der Kreisstadt Hofheim stehen politisch turbulente Zeiten bevor. Gerade erst hat die Bekanntgabe einer dramatischen Haushaltslage für Aufsehen gesorgt: Die Stadt muss künftig mit stark eingeschränktem Handlungsspielraum rechnen – alle Bürgerinnen und Bürger werden zur Kasse gebeten. Nun kommt eine weitere Nachricht hinzu, und sie alarmiert viele Stadtverordnete: Die AfD will bei der kommenden Kommunalwahl in Hofheim antreten.
In genau 100 Tagen, am 15. März 2026, werden in Hessen die Stadtparlamente neu gewählt. Die MTK-AfD verbreitete dazu vorige Tage eine Ankündigung über die sozialen Netzwerke. Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands Main-Taunus sei „die erste Liste für das Hofheimer Stadtparlament verabschiedet und der Startschuss zur Kommunalwahl am 15. März 2026 gegeben“ worden, heißt es.
Eine Sprecherin der MTK-AfD bestätigte jetzt auf Anfrage: „Die AfD wird bei der Kommunalwahl 2026 in Hofheim erstmals mit einer Liste antreten.“ Namen der Kandidatinnen und Kandidaten wolle die Partei noch nicht veröffentlichen. Genannt wurde lediglich der Spitzenkandidat: Karl-Heinz Hellenkamp.
Der 68-Jährige lebt in Marxheim und gibt seinen Beruf mit „Angestellter“ an. Laut Handelsregister ist er Geschäftsführer in Firmen des Hattersheimer Michael Uhlemann. Zu dessen Unternehmen zählt unter anderem die „Die zweite Meinung GmbH“, die in einem Mehrfamilienhaus in Kriftel an der Königsberger Straße saß. Die Firma wurde 2021 verschmolzen mit einer Phantasma GmbH, die heute ebenfalls unter der Krifteler Adresse zu erreichen ist und laut Handelsregister als Unternehmensberatung für Journalismus, Medien, Design und Marketing tätig ist.
Hellenkamp war bzw. ist in beiden Firmen als Geschäftsführer tätig. Innerhalb der AfD im Main-Taunus-Kreis bekleidet er zudem das Amt des Schatzmeisters.
Bisher hatte die Partei einen Bogen um Hofheim gemacht. Im Kreistag des Main-Taunus-Kreises ist die Partei allerdings bereits mit einer fünfköpfigen Fraktion vertreten – darunter der Hofheimer Peter Biedermann (78).
Jetzt also soll die Kreisstadt selbst und das Hofheimer Stadtverordnetenversammlung „erobert“ werden.
Unzufriedenheit mit Stadtpolitik könnte Nährboden für AFD sein
In Hofheimer Politikerkreisen sorgt die Nachricht von der AfD-Kandidatur für Unruhe. Das Stadtparlament gilt bereits jetzt als schwierig: Zwar stellt die CDU mit 15 Mandaten die mit Abstand stärkste Fraktion, doch selbst in einer Koalition mit den FWG (4 Sitze) und FDP (3) bleibt sie in der Minderheit.
Die Opposition aus Grünen (11 Mandate), SPD (6), BfH (4) und Linken (2) verfügt über eine Stimme mehr – so kann sie, wenn sie geschlossen agiert, immer wieder eigene Vorhaben durchsetzen oder auch Anträge der CDU ablehnen.
So wurde in den vergangenen Monate das Stadtparlament ordentlich durchgeschüttelt: Der Posten des Ersten Stadtrats ging an die Grünen, und nach der Abwahl des CDU-Bürgermeister stieg die FDP aus der Koalition aus.
Jetzt drohen – wie berichtet – Haushaltssperre, steigende Kosten bei Steuern und Gebühren sowie strenge Sparmaßnahmen. Gleichzeitig wurde eine Haushaltssperre verhängt, steigende Kosten sind zu erwarten bei Steuern und Gebühren. Dazu werden strenge Sparmaßnahmen kommen. Es wird alle Bürger treffen. Die Bundes- und Landespolitik wird schnell als Ursache genannt, doch längst hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch die Stadtpolitik einen erheblichen Teil der Verantwortung trägt.
Das könnte der Nährboden sein, auf dem sich die Unzufriedenheit mit der aktuellen Stadtpolitik weiter ausbreitet – wovon die AfD mit ihrem Protest- und Alternativangebot profitieren könnte, indem sie kritische Stimmen aufgreift und Wählerinnen und Wähler anspricht, die von den etablierten Parteien enttäuscht sind.
Im Hintergrund laufen bereits erste Planspiele, wie man sich künftig positionieren und welche Fraktionen sich zu welcher Koalition zusammenfinden könnten. Und dann stellen sich Hofheims Stadtpolitiker auch die zentrale Frage, der sie vermutlich schon bald nicht mehr ausweichen können:
Wie soll man mit einer AfD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung umgehen? Wenn die AfD Vorschläge macht, die der Stadt zugutekommen könnten: Einfach ablehnen – die Brandmauer muss unbedingt stehen bleiben? Oder doch zustimmen – es geht schließlich um Hofheim?
Der Kreisstadt drohen schwierige Zeiten.
Das Foto oben zeigt einen Screenshot der Facebook-Seite der AfD MTK, auf dem angekündigt wird, dass die Partei bei den Kommunalwahlen 2026 in Hofheim antritt.
Quelle: HN/TR


