Bis zu 89.000 Euro günstiger! Preisrutsch bei Wohnungen an der Homburger Straße
An der Homburger Straße gehen die Preise runter – und das spürbar. Beim Neubauprojekt „Kant & Gloria“ wirbt das Bauunternehmen Instone inzwischen mit „glorreichen Aktionspreisen“. Für ausgewählte Wohnungen wurden die Preise um bis zu zehn Prozent gesenkt, wodurch Nachlässe von bis zu 89.000 Euro für eine Eigentumswohnung möglich werden. Die Aktion setzt ein überraschend deutliches Zeichen in einer Zeit, in der Hofheim ohnehin vor einer regelrechten Neubauwelle steht.
Wer derzeit eine Wohnung im Neubauprojekt „Kant & Gloria“ – gelegen zwischen Niederhofheimer Straße und Globus Baumarkt – erwerben möchte, kann kräftig sparen. Auf ausgesuchte Einheiten gibt es teils deutliche Preisnachlässe:
- Eine 120 Quadratmeter große Wohnung, die bisher für 740.900 Euro angeboten wurde, kostet aktuell nur noch 695.900 Euro – eine Ersparnis von 45.000 Euro.
- Eine 4-Zimmer-Wohnung mit 103,36 Quadratmetern, ursprünglich mit 642.900 Euro im Verkauf, steht nun bei 578.900 Euro. Das entspricht einer Preissenkung um 64.000 Euro oder knapp zehn Prozent.
- Noch deutlicher fällt der Nachlass bei einer 107 Quadratmeter großen Wohnung aus: Statt der bisher verlangten stolzen 688.900 Euro kostet sie nun 599.900 Euro – eine Ersparnis von beachtlichen 89.000 Euro. An diesem Beispiel zeigt sich, wie stark der Quadratmeterpreis nachgegeben hat: Er sinkt von rund 6.438 auf etwa 5.606 Euro.
Von den insgesamt 88 Eigentumswohnungen an der Homburger Straße ist rund die Hälfte noch im Vertrieb. Das Carré, zu dem noch ein Wohnhaus mit 20 preisgedämpften Mietwohnungen und einer Kindertagesstätte zählen und dessen Grundsteinlegung im April stattfand, soll im ersten Quartal 2028 bezugsfertig sein.

Bei Instone heißt es, dass es sich nicht um einen generellen Preisverfall handelt, sondern um gezielte Aktionspreise für ausgewählte Einheiten. Das Angebot ist befristet und gilt bis zum 31. Dezember 2026. Nach wie vor gibt es im selben Projekt Wohnungen, die teuer bleiben: So werden 108,35 Quadratmeter für 704.900 Euro angeboten, es gibt auch eine 131,33 Quadratmeter große Wohnung für 842.900 Euro, und für ein 202 Quadratmeter große Penthouse werden nach wie vor 1,6 Millionen Euro aufgerufen.
Einen konkreten Grund nach dem Motto „Wir bekommen die Wohnungen sonst nicht los“ nennt das Unternehmen nicht. Der Konzern mit Sitz in Essen verweist jedoch seit längerem auf das allgemein schwierige Marktumfeld für Wohnimmobilien. Die Zurückhaltung privater Käufer, gestiegene Finanzierungskosten sowie langwierige Entscheidungs- und Finanzierungsprozesse haben den Vertrieb in den vergangenen Jahren erheblich erschwert. In Hofheim kommt hinzu: Die drastisch erhöhte Grundsteuer lässt viele potenzielle Käufer zögern und – wie Immobilienexperten gegenüber Hofheim-News bestätigten – in umliegenden Kommunen nach Alternativen Ausschau halten.
Die Instone-Rabattaktion fügt sich nahtlos in dieses Bild, denn der Kauf einer Neubauwohnung in dieser Preisklasse ist längst kein Selbstläufer mehr. Ein Immobilienexperte verdeutlicht das an einem Rechenbeispiel über 500.000 Euro (bei zehn Jahren Zinsbindung und zwei Prozent Tilgung): Vor fünf Jahren lag die monatliche Rate noch bei rund 1.200 bis 1.300 Euro. Heute schlägt derselbe Kredit bei einem Zinsniveau von rund vier Prozent mit etwa 2.600 Euro im Monat zu Buche.
Hofheimer Wohnungsmarkt: Kommt jetzt die Wende?
Besonders spannend wird die Entwicklung der Immobilien-Nachfrage vor dem Hintergrund der massiven Bautätigkeit in Hofheim:
Am kommenden Freitag, 9. Oktober, fällt mit einem symbolischen Baggerbiss der Startschuss für das „City-Quartier Hofheim“ auf dem ehemaligen Polar-Mohr-Gelände an der Hattersheimer Straße. Geplant ist ein urbanes Quartier mit fast 500 Wohnungen, Gewerbe, Hotel und sozialen Einrichtungen. Im ersten Vermarktungsabschnitt sind jetzt 83 Wohnungen im Angebot.

Parallel dazu wächst an der Höchster Straße hinterm Finanzamt das HWB-Projekt QuartierHochVier mit 64 geförderten Wohnungen heran. Grundsteinlegung war auch hier im April, die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen.
Für den Hofheimer Wohnungsmarkt entsteht dadurch eine spannende Ausgangslage. Auf der einen Seite gibt es einen ungebrochen großen Bedarf – die HWB verzeichnet rund 2.000 Suchende beziehungsweise über 800 Haushalte auf ihrer Interessentenliste. Auf der anderen Seite fluten in den kommenden Jahren zahllose neue Wohnungen gleichzeitig den Markt.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, wie viele Wohnungen Hofheim braucht. Sondern vor allem, wie viele davon sich die Menschen noch leisten können. Das Beispiel „Kant & Gloria“ zeigt, dass die ursprünglichen Wunschpreise nicht für jede Immobilie haltbar sind.
Ob 45.000 oder 89.000 Euro Ersparnis – das ist kein Kleingeld mehr. Darüber hinaus könnte der Preisrutsch weitreichende Kettenreaktionen auf dem lokalen Markt auslösen: Wenn die Kunden erst einmal erkennen, dass in den bisher aufgerufenen Quadratmeterpreisen noch spürbare Luft nach oben beziehungsweise unten ist, neigen viele dazu, abzuwarten, ob die Bauträger noch weiter mit den Preisen heruntergehen. Zudem wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Kaufinteressenten auch bei anderen aktuellen oder kommenden Neubauprojekten im Stadtgebiet ähnliche Rabatte einfordern – und damit den Verhandlungsdruck auf die gesamte Branche massiv erhöhen.
Ein Immobilienunternehmer sagte zu Hofheim-News: „Der Preisnachlass ist ein klares Signal dafür, dass Bewegung in den Hofheimer Neubau-Markt kommt.“ Die kommenden Monate würden zeigen, ob Instone damit lediglich den Abverkauf beschleunigen will – oder ob die Preise im gesamten Stadtgebiet unter Druck geraten.
TR


Hinzu kommt, dass die Einwohnerzahl Hofheims (inkl. Stadtteile) im ersten Halbjahr um ca. 500 Menschen zurück gegangen ist.