Von Rosmarin bis Johanniskraut: Marxheims Kräuterfrauen treten ab
Rund elf Jahre haben sich Dr. Helga Marie Huber, Rita Reiter-Mollenhauer, Edith von Eerde und Veronika Wolf um den Kräutergarten in Marxheim gekümmert. Nun geben sie das Ehrenamt aus familiären und gesundheitlichen Gründen ab. Bürgermeister Wilhelm Schultze und Erster Stadtrat Daniel Philipp haben die Gelegenheit genutzt, sich sehr herzlich für das außerordentliche Engagement über die Jahre zu bedanken.
Bürgermeister Schultze hob besonders die Führungen hervor: „Dabei konnten die Hofheimerinnen und Hofheimer zum Beispiel lernen, welche Pflanzen man in der Erkältungssaison brauchen kann und welche auf Urlaubsreisen.“ Beliebt seien auch die Kostproben gewesen, etwa die Cantuccini mit Rosmarin, der Kräuterquark oder die Kaltgetränke aus Kräuterkonzentraten.
Den Heilkräutergarten gibt es seit 1984 an der Kreuzung Am Linsenberg und Am Pfingstbrunnen. Er umfasst mittlerweile rund 50 Pflanzen auf 500 Quadratmetern. Da eine große Sommerlinde Schatten spendet, gibt es Pflanzen wie Schlüsselblume oder Bärlauch, die das gut vertragen. In den vergangenen Jahren wurden auch zwei zusätzliche Beete angelegt, auf die viel Sonne fällt.
„Die meisten Kräuter und Heilpflanzen sind Sonnenliebhaber“, erklärt Dr. Helga Marie Huber. „Es gibt bei uns einheimische Heilpflanzen wie Johanniskraut oder Baldrian – da kennen die meisten Leute zwar die Tropfen, aber nicht die Pflanze. Und es gibt Heilpflanzen, die ursprünglich nicht hier zuhause sind: wie der mediterrane Salbei oder der amerikanische Sonnenhut.“ Fürs Auge seien auch alte Bauerngartenpflanzen dabei wie der imposante Alant oder die prächtige Königskerze.
Die vier Kräuterfrauen haben sich für gewöhnlich einmal die Woche zur Gartenarbeit im Kräutergarten getroffen; wenn die Saison im Frühjahr losging, aber auch mehrfach die Woche. Die teils sehr trockenen Sommer waren ebenfalls arbeitsreich, erläutert Erster Stadtrat Philipp: „Obwohl der Bauhof den Kräutergarten regelmäßig wässert, haben die vier Frauen in den manchmal heftigen Dürreperioden doch viele Gießkannen schleppen müssen.“
Die Nachfolge der vier Kräuterfrauen übernimmt die Initiative „Essbare Stadt Hofheim“. Ehrenamtliche, die sich bei der Arbeit im Kräutergarten beteiligen wollen, sind herzlich willkommen. „Wir werden die Nachfolgerinnen oder Nachfolger genauso unterstützen wie die bisherigen Kräuterfrauen“, so Schultze. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail an gruenanlagen-spielplaetze@hofheim.de oder unter der Telefonnummer 06192 202439 melden. Ansprechpartner ist Dirk Immke, der vor mehreren Jahren als Diplom-Ingenieur Landschaftspflege die Nachfolge von Michael Lang angetreten hat, der zuvor für den Kräutergarten zuständig war. „Uns hat der Kräutergarten jedenfalls immer sehr viel Freude gemacht“, so Dr. Helga Marie Huber.
Unser Bild oben zeigt erste Reihe (v.l.) Edith von Eerde, Dr. Helga Marie Huber, Veronika Wolf und Rita Reiter-Mollenhauer, zweite Reihe Dirk Immke vom Fachdienst Stadtgrün, Erster Stadtrat Daniel Philipp, Bürgermeister Wilhelm Schultze, Fachbereichsleiterin Klimaschutz und Umwelt Monique Delbos.
Quelle: Stadt Hofheim

