Ausstellung in der Stadthalle: 50 Jahre Misereor-Hungertücher
Seit 50 Jahren begleiten die Misereor-Hungertücher die Fastenzeit in Gemeinden, Schulen und Familien. Anlässlich des Jubiläums lädt Misereor zu einer Ausstellung nach Hofheim ein. In der Stadthalle werden 25 Hungertücher gezeigt, die als spirituelle und künstlerische Impulse zentrale Fragen von globaler Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung aufgreifen. Die Vernissage ist am Freitag, 20. Februar.
In einer Pressemitteilung von Misereor heißt es weiter: „Die Hungertücher verbinden Kunst, Spiritualität und den Blick auf globale Wirklichkeiten. Jedes Tuch lädt dazu ein, genauer hinzuschauen – auf die Menschen, ihre Geschichten und unsere gemeinsame Verantwortung.“ Das sagt Hannah Braucks, die bei Misereor für die Hungertücher verantwortlich ist. Die Ausstellung in Hofheim mache diese Verbindung sichtbar und lade dazu ein, die Hungertücher als Spiegel unserer Zeit neu zu lesen.
Das aktuelle Hungertuch 2025/26 der Leipziger Künstlerin Konstanze Trommer rückt zum Beispiel Kinder aus verschiedenen Kontinenten in den Mittelpunkt. Sie bewegen sich auf einer fragilen Insel zwischen Bedrohung und Hoffnung. Mit Symbolen wie dem „Zelt der Begegnung“ ruft das Werk dazu auf, einander Schutz zu geben – und erinnert daran, dass Liebe eine tätige Kraft des Wandels ist.
Hungertücher – eine jahrhundertealte Tradition neu aufgegriffen
Historisch reichen Hungertücher bis vor das Jahr 1000 zurück. Als „Bibel der Armen“ erzählten sie in eindrücklichen Bildern die Heilsgeschichte – zugänglich auch für Menschen ohne Lesekenntnisse. Misereor knüpfte Mitte der 1970er Jahre an diese Tradition an und verbindet seither das Gedächtnis an das Leiden Christi mit aktuellen Fragen von Hunger, Gerechtigkeit und Solidarität.
Erwin Mock, Hungertuch-Pionier von Misereor, hatte im Juli 1975 die Idee, dass man „die uralte Tradition eines Hungertuches“ wieder aufgreifen könne. „Das erste Hungertuch ist dann 1976 rausgekommen“, so der 92-jährige Allgäuer. „Da konnte ich nicht ahnen, dass das so ein Renner wird. Als es so gut angenommen wurde, war klar, dass wir dabeibleiben.“
Seitdem entsteht alle zwei Jahre ein neues Hungertuch. Es wird in der Regel von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Globalen Süden gestaltet und konfrontiert uns – über die Fastenzeit hinaus – mit existentiellen Fragen. Die Ausstellung in Hofheim vereint nun bedeutende Werke von Jyoti Sahis „Christus im Lebensbaum – Hoffnung für alle“ (1976) bis hin zu Konstanze Trommers aktueller Arbeit „Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“ (2025/2026).
Besichtigt werden kann die Ausstellung in der Stadthalle drei Tage lang – vom 20. bis 22. Februar.
Quelle: Misereor
Künstlerische Akzente
Einladung zur Ausstellung
Vernissage: 17:00–18:00 Uhr
Ort: Stadthalle Hofheim, Foyer, Chinonplatz 4
Ausstellung: 20.–22.02.2026

