Hofheim pleite? – Warum nicht mal richtig innovativ Geld einnehmen

Hofheim pleite? – Warum nicht mal richtig innovativ Geld einnehmen

Hofheim steckt in der Klemme: Kein Geld mehr. Die Stadtkasse ächzt, Millionen fehlen. Wir alle sollen sparen, und die Politikerinnen und Politiker reiben sich die Hände – nicht vor Freude, sondern aus Sorge um die Haushaltszahlen. Wir hätten da einen Vorschlag: Namensrechte für städtische Plätze und Gebäude. Ja, wir wissen, klingt verrückt… aber vielleicht wird das ja der neueste Trend.

Stellen Sie sich das mal vor:

  • Das Kellereigebäude heißt künftig RMV-Center – benannt nach dem Rhein-Main-Verkehrsverbund. Passt, fährt ja schließlich jeder dran vorbei.
  • Die Main-Taunus-Schule macht den nächsten logischen Schritt und wird zur MDS – McDonald-Schule. Bildung mit Drive-in-Qualität.
  • Der Kreisstadtsommer wird neu aufgelegt als Samsung-Sommer-Spaß. Alternativ: Telekom-Trubel-Tage oder – etwas heimatnäher – Vodafone-Volksvergnügen.

Noch mehr Ideen gewünscht? Aber gerne doch! Der Kreativität sollen keine Grenzen gesetzt werden:

  • Der Kellereiplatz wird umbenannt in Taunus-Sparkassen-Court – klingt gleich solventer.
  • Der Feierabendmarkt bleibt, trotz klammer Stadtkasse, erhalten – er heißt: Globus-Gaudi. Oder etwas moderner mit lässigem Party-Vibe: Globus-Groove.
  • Untertorplatz? Ist doch langweilig! Willkommen in der IHH-Area.
  • „Eiszauber Hofheim“ hört sich betulich an. Wie wäre es stattdessen mit Helmiss Eis-Events? Oder gleich: Helmiss Winterspiele.
  • Und oben auf dem Kapellenberg? Dort weht künftig die Flagge eines internationalen Möbelhauses. Meisterturm war gestern. Heute: IKEA-Torn – schwedisch für Turm, versteht sich.

Natürlich gibt es diese Namensrechte nicht umsonst. Es wäre eine klassische Win-win-Situation: Die Stadt bekommt dringend benötigtes Geld – und die Unternehmen werden mitten in Hofheims Zentrum unsterblich.

Klingt verrückt? Keineswegs!

Meinhardt Sportpark
So könnte es werden: Sportpark Heide ist out – wir haben einen „Meinhardt Sportpark“.
Geld
Für genug Geld tun wir doch alles, oder? Das „Polar-Mohr-Schlösschen“ mitten in Hofheim.

International ist das längst bewährte Praxis. Die USA fingen damit an, Stadien, Brücken und Plätze nach Sponsoren zu benennen. In Deutschland hieß man öffentliche Orte lange lieber nach Dichtern oder Malern, Freiheitskämpfern oder wenigstens nach Bäumen. Doch auch hier ist der Damm gebrochen: Die Kölner Arena wurde zur Lanxess Arena, in Berlin gibt es die Mercedes-Benz Arena… Kein Bundesliga-Stadion kommt mehr ohne Sponsorennamen aus. Eintracht-Fans wissen das – und leiden noch immer darunter, dass ihr Waldstadion erst zur Commerzbank-Arena und dann zum Deutsche-Bank-Park wurde.

Apropos Stadion: Fußballplätze haben wir in Hofheim ja auch. Warum muss der Sportpark Heide eigentlich „Sportpark Heide“ heißen? Volksbank Arena oder Sportpark Meinhardt oder auch Meinhardt Matchplatz – das klingt doch gleich nach Oberligaambitionen.

Am Ende ist es schließlich so wie immer: Erst empört man sich, dann gewöhnt man sich, dann fragt man, ob der Sponsor auch die Reinigung übernimmt. Und irgendwann erklärt man den Kindern, dass der Name schon immer so gewesen sei.

Tradition, so lernt man, ist kein fester Wert. Sie ist eine Frage des Preises.

Wer weiß – vielleicht hat Hofheim bald nicht nur eine schnuckelige Altstadt, sondern eine pralle Sponsorenmeile, die viel Geld in die Stadtkasse spült. Und wir können sagen:

Wir waren dabei, als Hofheim die kreativste Sparmaßnahme einer Kleinstadt in Deutschland erfand.


Unsere Fotos sind von Raimund Rupp. Und die Sponsorenlogos? Noch Zukunftsmusik – eine KI hat sie nur mal probeweise „gezaubert“.


HN/RR

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