Neuanfang mit Zuversicht: Hofheims größter Senioren-Verein stellt sich neu auf
Hofheims Senioren-Nachbarschaftshilfe (SNH) steht vor einem Neuanfang. Der bisherige Vorstand löst sich auf – Neuwahlen sollen folgen. Und trotz aller Turbulenzen überwiegt der Optimismus: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, sagt SNH-Leiter Dietrich Brockmann mit Blick nach vorn – ein Zitat von Hermann Hesse, das in diesen Tagen gut passt.
Die SNH ist die größte und wohl aktivste Interessengemeinschaft für ältere Menschen in der Kreisstadt. Ihr Fundament: ein eingetragener Verein. Doch genau dort hat es zuletzt ordentlich geruckelt. Zunächst trat die Schriftführerin zurück, letztens legte auch die Vorsitzende überraschend ihr Amt nieder. Eine Stellvertretung gab’s ohnehin nicht. Übrig blieben ein Schatzmeister, der auch gehen will, und zwei Beisitzer.
Und wie geht es jetzt weiter? „Das klären wir direkt nach Ostern – auf jeden Fall noch im April – gemeinsam mit der Stadt“, sagt Brockmann. Das Rathaus ist Kooperationspartner der SNH; der Fachbereich Soziales und die Seniorenberatung arbeiten seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit dem Verein zusammen. Auch Bürgermeister Willi Schultze hat seine Unterstützung zugesagt – ein deutliches Signal, wie wichtig das Ehrenamt in Hofheim genommen wird.
Bleibt die entscheidende Frage: Wer übernimmt die Verantwortung im neuen Vorstand? Noch werden Mitstreiter gesucht. „Aber ich bin sicher, dass wir ein gutes, engagiertes Team zusammenstellen“, sagt Brockmann. Wahrscheinlich Ende Mai oder Anfang Juni – auf jeden Fall noch vor den Sommerferien – soll eine Mitgliederversammlung einberufen werden, die über die künftige Vereinsführung entscheidet.
Klar ist auch: Gerade jetzt ist die SNH wichtiger denn je. Die Stadtkasse ist klamm, der Bedarf wächst – und ehrenamtliches Engagement wird immer wertvoller. Seit fast 40 Jahren ist der Verein eine feste Größe in Hofheim. Über 100 Ehrenamtliche tragen die Arbeit – organisiert in vier Säulen: Essen auf Rädern, Einkaufsfahrten, Veranstaltungen – und die DNA des Vereins: „Hilfe geben und Hilfe nehmen“.
Gesteuert werden all diese Angebote und Aktivitäten aus dem Kellereigebäude – mit viel Herzblut und einem festen Kern engagierter Helfer. „Alle ziehen mit“, sagt Brockmann. Und dann fügt er hinzu, fast schon mit einem Lächeln zwischen den Zeilen: „Auch den Neuanfang kriegen wir hin – ganz bestimmt.“
HN/TR

