Neuer Verein setzt sich für naturnahen und zukunftsfähigen Stadtwald ein
Ein neuer Verein will in Hofheim den Wald der Zukunft mitgestalten: „Waldwärts! Zukunftswald Hofheim“. Noch steckt die Initiative in der Gründung – das Eintragungsverfahren läuft, deshalb trägt sie derzeit den Zusatz „i.Gr.“. Ihr Ziel: die Entwicklung eines ökologisch stabilen, zukunftsfähigen Waldes aktiv zu begleiten und die öffentliche Debatte darüber sachlich zu bereichern.
Mitten im Wahlkampf kochte das Thema hoch: Hofheims Parteien suchten händeringend nach neuen Einnahmequellen, um die drastische Erhöhung der Grundsteuer B abzufedern. In dieser Situation brachte die Stadtverordnete der Linken, Anita Vogt, einen Vorschlag ein, der sofort für Aufmerksamkeit sorgte – und eine kontroverse Debatte auslöste.
Ihre Idee: Wenn Teile des Stadtwaldes weniger intensiv bewirtschaftet und stärker sich selbst überlassen würden, ließen sich über Förderprogramme des Bundes erhebliche Mittel einwerben – womöglich sogar in Millionenhöhe.
Doch die Diskussion ebbte ebenso schnell wieder ab. Ein solcher Ansatz, darin waren sich viele einig, muss sorgfältig durchdacht werden – und das braucht Zeit.
Aus dieser Situation heraus hat sich nun der Verein „Waldwärts! Zukunftswald Hofheim e.V. i.Gr.“, der die Gemeinnützigkeit anstrebt, gegründet. In einer Pressemitteilung, die im Folgenden weitgehend unverändert wiedergegeben wird, stellt er sich vor, erklärt seine Ziele und lädt auch gleich zu einem ersten Vortragsabend ein:
Hinter dem neuen Verein steht eine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Nachdruck für eine nachhaltige und langfristig tragfähige Waldentwicklung einsetzen. Dabei versteht sich „Waldwärts!“ als bewusst gesetzter Gegenpol zur derzeitigen forstwirtschaftlichen Praxis, die für die Stadt mit hohen Kosten verbunden ist.
Die Gründungsversammlung wählte zum Vorstand des Vereins: Klaus Vogt (1. Vorsitzender), Erika Krause (stellvertretende Vorsitzende), Anita Vogt (Schatzmeisterin) und Martin Haindl (Schriftführer).
Der Verein verfolgt das Ziel, neue Perspektiven für den Umgang mit dem Wald zu eröffnen und stärker auf natürliche Prozesse, Resilienz und Gemeinwohlorientierung zu setzen. Vereinszweck sind:
- die Förderung eines klimaresilienten, artenreichen Naturwaldes,
- der Schutz von Böden, Wasserhaushalt und Biodiversität,
- die Unterstützung wissenschaftlich fundierter Waldentwicklungskonzepte**,**
- sowie die Information von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
Ein besonderes Anliegen des Vereins ist die Versachlichung der Diskussion. „Wir wollen informieren, nicht polarisieren“, betont der 1. Vorsitzende Klaus Vogt. „Die Debatte über den Wald ist oft von Vorurteilen geprägt. Unser Ziel ist es, faktenbasiert aufzuklären und zu zeigen, welche Chancen in einem naturnah entwickelten Wald liegen.“
Dabei hebt der Verein auch die wirtschaftliche Dimension hervor. Ein Naturwald könne – etwa durch Förderprogramme, ökologische Leistungen und langfristige Stabilität – ein relevantes finanzielles Potenzial entfalten. „Gerade in der aktuellen Haushaltslage Hofheims müssen wir alle Optionen prüfen“, so Vogt weiter. „Ein klug entwickelter Naturwald kann dazu beitragen, die finanzielle Belastung für die Bürgerinnen und Bürger zu mindern – auch mit Blick auf die dramatisch steigende Grundsteuer.“
Der Verein sieht sich als konstruktiver Partner für Politik und Verwaltung. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse transparent zu begleiten und fundierte Beiträge in die öffentliche Diskussion einzubringen.
Vortrag „Wald statt Forst“ am 28. April
Wer sich informieren will oder Mitglied werden möchte, kann per E-Mail an info@waldwärts-hofheim.de eine Beitrittserklärung sowie das Dokument „Häufig gestellte Fragen & Antworten“ anfordern.
Zugleich lädt der Verein zu seiner ersten großen öffentlichen Veranstaltung ein: Am Dienstag, 28. April, findet um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Peter & Paul (Pfarrgasse 2) ein Vortrag mit anschließender Diskussion statt. Unter dem Titel „Wald statt Forst“ spricht Prof. Dr. Christian Storm (TU Darmstadt) über Perspektiven einer naturnahen Waldentwicklung. Der Eintritt ist frei.
Unser Bild oben zeigt den Vorstand des neuen Vereins: (v.l.) Anita Vogt, Martin Haindl, Klaus Vogt und Erika Krause.
Quelle: Waldwärts! Zukunftswald Hofheim e.V. i.Gr.


