Nach langer Krankheit: Hofheims Wirtschaftsförderer Thorsten Kolar ist tot
Am Ende war der Krebs stärker: Thorsten Kolar, der langjährige Wirtschaftsförderer der Stadt Hofheim, ist tot. Er starb, wie er gelebt hatte – leise.
Über Jahrzehnte prägte Kolar die Wirtschaftsförderung der Kreisstadt. Im Internet hatte er angegeben, diese Aufgabe seit 1987 auszuüben – fast vier Jahrzehnte lang. Er gestaltete das City-Marketing und war zentraler Ansprechpartner für Unternehmen und Gründer.
Kolar verstand sich weniger als klassischer Standortentwickler, sondern als Moderator und Knotenpunkt der lokalen Wirtschaft. Sein Ansatz war vor allem netzwerkorientiert: Der von ihm vor rund 20 Jahren initiierte Hofheimer Unternehmerabend entwickelte sich zu einem festen Treffpunkt für Unternehmer unterschiedlichster Branchen.
Eng verbunden war seine Arbeit auch mit der städtischen Eventpolitik. Sein Ziel war es, die Innenstadt zu beleben und Kaufkraft zu binden. Veranstaltungen wie das Altstadtfest und der „Eiszauber“ tragen seine Handschrift.
Gleichzeitig setzte er auf kontinuierliche, eher stille Formate: Mit regelmäßigen Sprechstunden für Existenzgründer schuf er ein niedrigschwelliges Beratungsangebot – klassische kommunale Wirtschaftsförderung, nah an den Menschen.
Auch über seine Funktion in der Stadtverwaltung hinaus war Kolar im Stadtbild präsent. Seit Anfang 2006 leitete er das zweite Orchester des Akkordeonvereins Lyra. Für sein Engagement und seine langjährige Vereinszugehörigkeit wurde er mit der silbernen Ehrennadel des Hessischen Akkordeonverbandes ausgezeichnet.
In den letzten Jahren zog ihn die Krankheit zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurück. Ein Wegbegleiter zu Hofheim-News: „Mit Thorsten Kolar verliert Hofheim einen Menschen, der nie im Vordergrund stehen wollte – aber im Hintergrund vieles möglich machte.“
HN | Foto: Stadt Hofheim/Ramin Mohabat

