550 Meter langer Holzzaun soll Kröten vor Autoverkehr schützen
An der Viehweide hat die Stadt Hofheim pünktlich zum Beginn der Krötenwanderung einen Amphibienzaun errichten lassen. „Hintergrund ist, dass es im vergangenen Jahr hohe Verluste bei den Erdkröten an der Viehweide gab“, erläutert Erster Stadtrat Daniel Philipp. Die Kröten wandern im Frühjahr aus den Winterquartieren im Wald über die Straße, um im gegenüberliegenden Teich zu laichen – und dabei geraten sie in den Autoverkehr.
Der neue Holzzaun ist 550 Meter lang und 40 cm hoch; er steht zwischen dem Waldrand und der Straße zum Restaurant. Dafür hat die Stadt Fördermittel der Unteren Naturschutzbehörde erhalten. Kooperationspartner ist der Ortsverband Hofheim im BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland).

Kröten-Buch & Kröten-Podcast
Der BUND Hofheim fördert den lokalen Artenschutz und die Umweltbildung: Er hat ein speziell für Hofheimer Kinder geschriebenes Buch herausgegeben, in dem es um die Rettung der Erdkröten an der Viehweide geht. Dazu gibt es eine erfolgreiche Podcast-Serie, in der die Bedeutung des Amphibienschutzes erklärt wird. Mehr Infos [hier].
In regelmäßigen Abständen sind insgesamt 30 Fangeimer in den Boden eingelassen, in denen sich die Kröten bei ihrer nächtlichen Wanderung sammeln. Jeden Morgen kommt jemand – in der Regel sind das Ehrenamtliche vom BUND – und setzt die Kröten in einen Transporteimer um. Dann werden sie zum Teich getragen, wo sie herausgelassen werden. Dabei werden die Kröten auch gezählt und nach Geschlecht in einem Aufnahmebogen notiert.
„Neben unserer Forstverwaltung danke ich ganz herzlich allen Ehrenamtlichen vom BUND, die frühmorgens einspringen und die Fangeimer kontrollieren – besonders am Wochenende, an Feiertagen und in den Ferien“, so Daniel Philipp.
Auch auf dem Rückweg brauchen die Kröten Hilfe. Auf der Teichseite kann jedoch kein fester Zaun installiert werden. Deshalb gibt es dort jetzt jedes Jahr in der Krötensaison einen mobilen Zaun, der die Rückwanderung der Kröten Richtung Wald unterbricht. Auch hier sind Eimer in den Boden eingelassen, in denen sich die Kröten sammeln, bevor sie zurück in den Wald gebracht werden.
Die Krötenwanderung dauert, je nach Witterung, etwa von Ende Februar bis in den Juni. „Danach sind wir gespannt auf die Auswertung der Bögen“, so Philipp.
Unser Bild oben zeigt die Retter der Kröten vor dem neuen Holzzaun: (v.l.) Bernd Zürn, Tanja Lindenthal, Günter Böhnke, Julia Bartsch (Fachbereichsleiterin Wald und Friedhof), Sonja Henrich und Stadtförster Leif Leonhardt.
Quelle: Stadtverwaltung

