Rathaus im Einsatz – Imagepflege für die gebeutelte Stadtpolizei

Rathaus im Einsatz – Imagepflege für die gebeutelte Stadtpolizei

Hofheims Stadtpolizei steht seit Wochen in der Kritik: Vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner der Innenstadt sowie zahlreiche Geschäftsleute haben wiederholt auf eine unzureichende Überwachung des Parkverkehrs hingewiesen. Die Rathaus-Polizei ist inzwischen auf zwölf Stellen angewachsen, mehr als die Hälfte ist jedoch zeitweise nicht im Einsatz – wegen Krankheit, Urlaub oder Abbau von Überstunden.

Vor diesem Hintergrund hat die Rathaus-Pressestelle jetzt einen ausführlichen Bericht verfasst, der an die Medien verteilt wurde. Darin werden die Aufgabenbereiche der Stadtpolizei durchweg positiv dargestellt – die Rathausabteilung rückt ihre Arbeit ins rechte Licht. Einige Formulierungen sorgen allerdings für Irritationen. So heißt es etwa, dass die Kontrolle von Falschparkern nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadtpolizei falle, sondern von der Straßenverkehrsbehörde organisiert werde. Formal sicher korrekt, doch diese Darstellung kann zu Verwirrung führen.

Auch das Zitat von Bürgermeister Willi Schultze, wonach die Stadtpolizei in der Wahrnehmung vieler Menschen kaum präsent sei, lässt sich als – sicher unbeabsichtigte – Bestätigung der Kritik an zu wenigen Kontrollen im Stadtgebiet lesen.

Pressetexte einer Behörde sollen in erster Linie der Information der Öffentlichkeit dienen. Diese Mitteilung legt den Schwerpunkt jedoch eher auf Imagepflege als auf sachliche Aufklärung. Mit etwas Abstand lässt sich die einseitige Darstellung natürlich kritisch einordnen.

Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung der Rathaus-Pressestelle im Wortlaut:

Stadtpolizei: Arbeit hinter den Kulissen bleibt den meisten verborgen

31 Aufgabenbereiche sind für die Arbeit der Stadtpolizei der Kreisstadt Hofheim am Taunus definiert. Die wichtigsten sind die Gefahrenabwehr und das Sicherstellen von Sicherheit und Ordnung. Aber auch vermeintlich kleinere Aufgaben wie die Schädlingsbekämpfung, die Zustellung von Behördenschreiben und die Überprüfung öffentlicher Anlagen gehören dazu. Nicht alle Tätigkeiten bekommen die Bürgerinnen und Bürger tagtäglich mit, was bei dem ein oder anderen den Eindruck entstehen lässt, die Stadtpolizei sei nur für das Kontrollieren von Falschparkern zuständig. Tatsächlich fällt diese Aufgabe strenggenommen gerade nicht in die Zuständigkeit einer Stadtpolizei, sondern ist durch die Straßenverkehrsbehörde zu organisieren.

„Unsere Stadtpolizei ist ein integraler Bestandteil unserer Ordnungsbehörde, ist in der Wahrnehmung vieler Menschen aber nicht so präsent, wie andere Teile der Verwaltung. Deshalb und um Missverständnisse zu den Aufgaben der Stadtpolizei auszuräumen, möchten wir deren Arbeit in den kommenden Wochen näher vorstellen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Schultze.


Stadtpolizei
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Mangelnde Kontrollen durch die Stadtpolizei sorgen in Hofheims Innenstadt immer wieder für Verärgerung. Regelmäßig nutzen Autofahrer die Fußgängerzone als Abkürzung (Foto links) – und geparkt wird, wo ein freies Plätzchen zu finden ist. Leser schickten uns diese Fotos: „Hier gibt es täglich derartige Parker“, schrieb eine Geschäftsfrau (Foto Mitte). „Die Mittagessen-Abholer parken inzwischen direkt vor der Tür.“ Ein paar Meter weiter wurde ein dicker BMW in der Fußgängerzone abgestellt. Warum auch nicht? Die Straße ist frei – und kontrolliert wird in Hofheim nur sehr selten…


„Die Bürgerinnen und Bürger sehen in erster Linie den Einsatz der Stadtpolizei auf unseren Straßen. Die Arbeit hinter den Kulissen bleibt den meisten jedoch verborgen“, erklärt Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Daniel Philipp. „Die vielfältigen Aufgaben der Stadtpolizei erfordern eine ausgewogene Balance zwischen Außendienst und Innendienst. Beide Bereiche greifen ineinander und sind gleichermaßen unverzichtbar, um die Funktionsfähigkeit der Stadtpolizei sicherzustellen und den Erwartungen von Öffentlichkeit und Verwaltung gerecht zu werden.“

„Der Außendienst bildet das sichtbare Fundament der polizeilichen Arbeit. Durch Präsenz im Stadtgebiet, gezielte Kontrollen und unmittelbare Gefahrenabwehr sorgt die Stadtpolizei für Sicherheit und Ordnung“, führt die zuständige Fachbereichsleiterin Annika Allendorff aus. Die direkte Nähe zur Bevölkerung schaffe Vertrauen und vermittele ein spürbares Sicherheitsgefühl. „Zudem ermöglicht der Außendienst die frühzeitige Erkennung von Problemlagen, die nur durch unmittelbare Wahrnehmung vor Ort adäquat eingeschätzt und bewertet werden können.“

Der Innendienst ist ebenso bedeutsam: Er bildet die rechtliche, organisatorische und dokumentarische Grundlage für alle Maßnahmen im öffentlichen Raum. Jede Handlung im Außendienst erfordert eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung – sei es durch die Dokumentation von Ermittlungen, die Erstellung von Verwaltungsakten, die Weiterleitung relevanter Informationen an andere Fachbereiche oder die rechtssichere Ahndung von Ordnungswidrigkeiten. Ohne diese fundierte Bearbeitung würden polizeiliche Maßnahmen ihre nachhaltige Wirkung und rechtliche Grundlage verlieren.

Nur durch das reibungslose Zusammenspiel von Innen- und Außendienst lässt sich die gesamte Bandbreite der Aufgaben der Stadtpolizei Hofheim am Taunus zuverlässig erfüllen:

  • Der Außendienst generiert die notwendigen Informationen und sorgt für deren unmittelbare Umsetzung vor Ort.
  • Der Innendienst gewährleistet die sorgfältige Vorbereitung, Verarbeitung, Bewertung und rechtssichere Weiterbearbeitung dieser Informationen.

Statistisch stellt sich die Arbeit der Stadtpolizei im Zeitraum von 1. März bis 31. Dezember 2025 exemplarisch anhand der erfassten Vorgänge wie folgt dar:

  • Verwarnungen (Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder) 4737
  • Meldungen über den Mängelmelder (Bürgerhinweise) 619
  • Ausstellung von Mängelkarten (defekte Fahrzeuge) 139
  • Amtshilfe (für andere Behörden) 163
  • Abschleppungen von Fahrzeugen 99
  • Ermittlungen für andere Städte 521
  • Rote Aufkleber (Schrottfahrzeuge) 61
  • Durchsuchungszeuge für behördliche Maßnahmen 21
  • Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern 3179
  • Übergaben von Dokumenten mittels Behändigungsschein 90
  • Aufforderungen zum Grünschnitt nach Satzung 135
  • Baustellen (Absicherung und Kontrollen) 267

Unser Bild oben zeigt (v.l.) Bürgermeister Wilhelm Schultze, Stadtpolizist Robert Ecke, Stadtpolizist Oliver Meixner, Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Daniel Philipp und Fachbereichsleiterin Annika Allendorff.


Quelle: Stadtverwaltung

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