Beschmiert, zerstört, geklaut: Linke wie Rechte beklagen beschädigte Plakate

Beschmiert, zerstört, geklaut: Linke wie Rechte beklagen beschädigte Plakate

Man muss sie nicht mögen. Aber die vielen Wahlplakate im Stadtbild gehören nun mal zum politischen Ringen um die Gunst der Wählerinnen und Wähler. Sie zu beschädigen oder zu zerstören, um seine eigene politische Meinung kundzutun, gilt allgemein als schlechter Stil. In Hofheim trifft das in diesem Jahr vor allem die Parteien an den Rändern – links wie rechts.

Der Linken-Kreisvorsitzende Thomas Völker berichtet von beschmierten Plakaten der Linken und des Bündnisses „MTK – Deine Stimme gegen Rechts“. Auf einigen sei unter anderem „Scheiß Kanacken“ und „AFD“ zu lesen. Völker vermutet deshalb sofort Täter aus dem rechten Lager: „Dass sich der verantwortliche Rassist nun selbst als Anhänger der AfD outet, überrascht uns nicht“, schreibt er. Und gleich zieht er daraus den großen Schluss: „Der extremen Rechten, egal ob in Parteien oder anderen Zusammenhängen, war Gewalt gegen Sachen und Personen schon immer ein probates Mittel der Politik.“ Im Kontext eines kleinen kommunalen Wahlkampfs ist solche Verallgemeinerung allerdings maßlos überzogen – und dass auch die extreme Linke in Deutschland nicht für ihre Friedfertigkeit bekannt ist, lässt Völker dabei gekonnt unter den Tisch fallen.

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Auf Linken-Plakaten wurde mit schwarzem Filzstift herumgekritzelt.
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Etliche AfD-Plakate im Stadtgebiet wurden mit roter Farbe übersprüht.

Im Wahlkampf aber darf es verbal durchaus knallen. Vor drei Jahren, bei den Landtagswahlen, hatten die Christdemokraten die Beschädigung ihrer Plakate als „Angriff auf die kommunale Demokratie“ hochgejazzt. „So etwas ist ja wohl kaum ein demokratischer Wettstreit um die besten Argumente zum Wohle unserer Stadt“, hieß es damals. Die FDP nannte ähnliche Vorfälle „mies, widerwärtig und feige“ – unterkriegen lassen wolle man sich davon nicht.

In Hofheim ist übrigens auch die AfD betroffen – und offenbar besonders stark. „Im Hofheimer Stadtgebiet wurde in den letzten Tagen etwa die Hälfte der Plakate der AfD entwendet oder beschädigt“, schreibt Karl Heinz Hellenkamp, Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbandes Main-Taunus und Kandidat für das Stadtparlament. Die rote Farbe, mit der die Plakate beschmiert wurden, interpretiert er nicht als Hinweis auf die politische Gesinnung der Täter. Vielmehr erinnert er daran: „Die freie Meinungsäußerung ist durch das Grundgesetz geschützt – gerade im Wahlkampf. Plakate sind das legitime Mittel der Parteien, auf ihre Positionen aufmerksam zu machen.“

Sowohl Linke als auch AfD schreiben, sie hätten bei der Polizei Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

Fotos: Linke Hofheim, AfD Hofheim

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