Neue Umspannanlage bringt Geld in die Stadtkasse – wenigstens ein bisschen

Neue Umspannanlage bringt Geld in die Stadtkasse – wenigstens ein bisschen

Die Stadt sucht händeringend nach Möglichkeiten, ihre angespannte Kassenlage zu verbessern – da kommt jeder kleine Obolus gerade recht: Hinter Marxheim, auf dem Weg zur Autobahnauffahrt, betreibt das Unternehmen Syna seit vielen Jahren eine 110‑kV‑Umspannanlage. Direkt daneben plant die Amprion GmbH den Bau einer neuen Anlage, die im Endausbau über drei 380‑kV‑Transformatoren verfügen soll. Die Stadt soll jetzt Grundstücke dafür hergeben – gegen gutes Geld.

Für das Vorhaben benötigt Amprion – zusätzlich zu den bereits erworbenen landwirtschaftlichen Flächen – auch Wegegrundstücke, die sich im Eigentum der Stadt Hofheim befinden. Konkret geht es um drei Parzellen mit 1.600, 1.272 und 487 Quadratmetern.

Der angebotene Kaufpreis liegt bei 50 Euro pro Quadratmeter – ein bemerkenswert guter Wert, wie aus Magistratsunterlagen hervorgeht. Zum Vergleich: Für andere Grundstücke in diesem Bereich zahlte das Unternehmen zwischen 5,50 und 39,00 Euro pro Quadratmeter. Ein höherer Preis sei, so heißt es, „unter Beachtung der Wirtschaftlichkeitsmaßstäbe“ für Amprion ausgeschlossen.

Umspannanlage
Zum Vergrößern anklicken. Unten links auf dem Bild ist das Syna-Umspannwerk zu erkennen. Daneben will Amprion eine deutlich größere Anlage bauen – die Stadt soll mehr als 3.000 Quadratmeter Land verkaufen.

Für die Stadt wäre es ein attraktiver Deal. Der Bodenrichtwert für landwirtschaftliche Flächen liegt hier bei 5,50 Euro pro Quadratmeter; da es sich um Wegeflächen handelt, wäre lediglich ein Drittel – also 1,83 Euro – anzusetzen. Bei 50 Euro pro Quadratmeter ergäbe sich ein Erlös von rund 167.950 Euro für die Stadtkasse. Die Kaufnebenkosten sowie die Vermessungskosten übernimmt Amprion.

Demnächst müssen die Stadtverordneten entscheiden. Der Magistrat verweist in seiner Begründung auf die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Projekts – ein Argument, das auch Amprion regelmäßig betont: Die Umspannanlage in Marxheim sei dringend erforderlich, da der Leistungsbedarf insbesondere im Rhein-Main-Gebiet stark steige. Ziel sei eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Energieversorgung in Hessen.

Der Bau der 380-kV-Umspannanlage in Marxheim erfolgt laut Amprion in zwei Abschnitten. Der erste Bauabschnitt umfasst rund 3,5 Hektar, im zweiten Schritt wird die Anlage auf insgesamt etwa sieben Hektar erweitert. Amprion: „Die erste Ausbaustufe wird unmittelbar in die bestehende Infrastruktur eingebunden und soll damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Region leisten.“

Quelle: Stadt Hofheim / HN

© 2025 Hofheim-News | IMPRESSUM | DATENSCHUTZERKLÄRUNG