Foto-Ausstellung im Vincenzhaus: „Betroffene zeigen Gesicht“

Foto-Ausstellung im Vincenzhaus: „Betroffene zeigen Gesicht“

Vom 2. bis 6. Februar 2026 öffnet das Vincenzhaus in der Vincenzstraße 29 seine Türen für die Ausstellung „Betroffene zeigen Gesicht“. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt innerhalb der Kirche erfahren haben. Anders als in den zahlreichen Gutachten und Studien der vergangenen Jahre werden hier keine nüchternen Zahlen präsentiert – vielmehr stehen persönliche Schicksale im Vordergrund, die berühren und erschüttern.

Die Fachbereichsleiterin für Kunst der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Ilonka Czerny, kombinierte dafür Kindheitsfotos mit kurzen, persönlichen Texten der Betroffenen. So entstanden eindrucksvolle Zeugnisse, die einen neuen Blick auf die Erfahrungen von Missbrauchsopfern eröffnen.

Florin Buchtel
Der Titel des neuen Florin-Buchs. (erschienen im Patmos-Verlag)

Die Ausstellung wird am Montag, 2. Februar, um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet.

Ein besonderes Rahmenprogramm bietet am 4. Februar um 19 Uhr das Gespräch „Weil Missbrauch kein Einzelfall ist“. Die renommierte Journalistin und Autorin Christiane Florin diskutiert mit Sebastian Hofmann, Leiter des Vincenzhauses, über ihr neues Buch „Keinzelfall – Wie Heinz ein katholisches Heim überlebte“. Florin beleuchtet darin die gesellschafts- und kirchenpolitischen Hintergründe von Heimerziehung, Erziehungspraktiken und das Scheitern von Aufarbeitungs- und Entschädigungsversuchen. Im Fokus stehen die lebenslangen Folgen des Missbrauchs für die Betroffenen und die Frage, welche Maßnahmen Staat und Kirche ergreifen müssen, um Missbrauch angemessen aufzuarbeiten und künftig zu verhindern.

Moderiert wird die Veranstaltung von Lena Gilhaus, Buchautorin und Filmemacherin, die 2025 für ihre TV-Dokumentation zu Verschickungskindern den Katholischen Medienpreis erhielt.

Quelle: KEB Main-Taunus

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