Liste enthüllt: Diese städtischen Gebäude stehen zum Verkauf
Es ist die wohl brisanteste Übersicht über den Besitz dieser Stadt: Hofheim-News liegt eine Tabelle vor, in der sämtliche Grundstücke und Gebäude erfasst sind, die sich noch im Eigentum der Stadt befinden. Die Liste kann mehr als nur Flächen benennen: Sie zeigt, wie und von wem die Immobilien genutzt werden – und vor allem, wo in den kommenden Jahren teure Sanierungen drohen. Und dann wird es politisch heikel. Denn die Immobilien sind in der Tabelle kategorisiert: in Objekte, die kurzfristig verkauft werden könnten – und solche, die grundsätzlich als veräußerbar gelten.
Daneben existiert noch eine weitere Liste mit Grundstücken und Gebäuden, die als unverkäuflich eingestuft sind. Dazu zählen etwa das Kellereigebäude, die neue Stadtbücherei, das Stadtmuseum, die städtischen Kitas, das Grundstück mit den Flüchtlings-Unterkünften, die Trauerhallen oder auch die öffentlichen Toiletten.
Wie berichtet, sollen am Mittwoch, 14. Januar, die Beratungen zum Haushaltsplan 2026 starten. Hofheim steht finanziell unter Druck: Millionen müssen eingespart oder eingenommen werden – und eine der wenigen schnellen Einnahmequellen sind die städtischen Immobilien. Landrat Michael Cyriax hat bereits angesichts der katastrophalen Finanzlage zu schnellen Entscheidungen gedrängt: Er halte es „für unverantwortlich, den Haushalt 2026 nicht zeitnah zu beraten und zu beschließen“.
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So blank war die Stadtkasse noch nie. Der Landrat zieht die Notbremse: Das Girokonto tief im Minus, der Haushaltsentwurf nicht genehmigungsfähig. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Gebühren rauf, Ausgaben runter – sofort. Und plötzlich steht sogar der Verkauf städtischer Grundstücke zur Debatte.
Es geht um Millionen. Und es geht um Grundsatzentscheidungen. Was darf Hofheim verlieren – und was darf auf keinen Fall geopfert werden?
Werden jetzt Grundstücke verscherbelt? Muss die Grundsteuer explodieren? Oder trifft der Sparhammer Vereine, Kultur, Bildung – Museum, Bücherei, Musikschule?
Das sind keine abstrakten Zahlen. Das ist unsere Stadt. Ihre Meinung zählt – mehr denn je. Sagen Sie uns, wo Sie sparen würden. Und wo für Sie eine rote Linie verläuft. Vielleicht geben Ihre Gedanken den Stadtverordneten neue Impulse.
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Letztlich entscheiden die Stadtverordneten über den Kurs der Stadt. Einige wirken inzwischen spürbar nervös – kein Wunder, am 15. März finden die Kommunalwahlen statt, und dann liegt es an den Wählerinnen und Wählern, wer künftig die Stadtpolitik bestimmt.
Ein kleiner Haken hat nämlich die ganze Sache: Immobilienverkäufe bringen zwar kurzfristig Geld. Aber auch nur einziges Mal.
Ein Ausverkauf mit bitteren Folgen droht.
Danach herrscht die totale Leere.
Ein Blick in die Listen zeigt, welche Gebäude im Rathaus als entbehrlich gelten (die Anmerkungen sind der städtischen Liste entnommen).
Gebäude, die KURZFRISTIG verkauft werden könnten
KERNSTADT
Burggrabenstraße 12-16 – Weinlokal Türmchen: keine Verpflichtung der Stadt, derzeit verpachtet.
Burgstraße 26 – Hof Ehry: Muss grundsaniert werden. Derzeit bestehen keine Pachtverhältnisse, lediglich ein Vorvertrag mit einem Gastronomen. Alternative: Erbpacht.
Elisabethenstr. 3 und 3a – Alte Bücherei und MKW-Gebäude: Leerstand, Neubebauung derzeit nicht absehbar.
Pfarrgasse 16 – Wohnhaus, Fachwerkhaus: derzeit als Dienstwohnung vermietet.
Vincenzstr. 8 – Wohnhaus (ehem. Friedhofswärter): derzeit vermietet.
LANGENHAIN
Martin-Luther-Straße 3 – Scheune: Lagerung von Vereinssachen, Probleme mit Dach und Elektrik, Nachbarn haben bereits vor Jahren Interesse bekundet.
MARXHEIM
Schulstraße 49 – Alte Feuerwehr: nur durch DRK genutzt, Denkmalschutz würde erhalten bleiben.
WALLAU
Recepturhof 1 – Alte Schule: könnte an Pächter verkauft werden, Alternative Erbpacht, hohe Investitionskosten.
Recepturhof 6 – Milchhäuschen / Pizzeria: Pachtverhältnis endete 2025, sehr hoher Invest notwendig (eingebrochene Kellerdecke, Abgang des Anbaus).
WILDSACHSEN
Alt Wildsachsen 15 – Wohnungen und Garagen: derzeit alles vermietet, sehr hoher Instandhaltungsrückstau.
Am Born 6 – Scheune: sehr hoher Invest durch Notsicherungen notwendig, Nachbarn bekunden seit Jahren Interesse.
Am Born 6 – Garage: Mieter bekunden seit Jahren großes Interesse, Grundstücksteilung notwendig.
Bebaute Grundstücke, die verkauft werden könnten
KERNSTADT
Bärengasse 17: wurde durch die Bürgervereinigung Hofheim Altstadt saniert.
Chinonplatz 4 – Stadthalle: könnte auch durch einen Externen betrieben werden.
Elisabethenstraße 3b – Vereinsgebäude KG 1900: Übergabe an den Verein, dadurch keine laufenden Kosten mehr.
Hattersheimer Str. 1 – Musikschule: Mieteinnahmen und Gebäudekosten stehen nicht im Verhältnis. Größere Sanierung (Dach, Feuchtigkeit im Keller) sind notwendig.
Hattersheimer Str. 6b – Güterschuppen: Grundsanierung notwendig, als Gastronomie genutzt, keine Verpflichtung der Stadt.
Hauptstraße 40 – Altes Rathaus Café: derzeit nicht verpachtet. Vor Neuverpachtung Sanierungsmaßnahmen notwendig, allgemein hoher Instandhaltungsrückstau.
Im Klingen 6 – Wohnhaus: Achtung: Schenkungsurkunde beachten, Alternativ: Erbpacht?
Kurhausstraße – Parkdeck: festvermietete Parkplätze, Könnte auch durch externen Betreiber genutzt werden.
Neugasse 46 – Obdachlosenunterkunft: Wenn der Neubau an der Rheingaustraße durch HWB fertiggestellt ist, könnte man des Gebäude wieder veräußern, Kernsanierung notwendig.
Zeilsheimer Str. 57 – Umkleidegebäude: Übergabe an den Verein, dadurch keine laufenden Kosten mehr.
DIEDENBERGEN
Weilbacher Str. 1 – Altes Rathaus: Restaurant und Wohnung (Dienstwohnung) derzeit vermietet, Haustechnik sehr alter Zustand.
Wildsachener Str. – Umkleidegebäude: Übergabe an den Verein, dadurch keine laufenden Kosten mehr.
LORSBACH
Bornstraße74 – Umkleidegebäude: Übergabe an den Verein, dadurch keine laufenden Kosten mehr.
Kirchstraße 10 – Lagergebäude/Garage: Lagerung von Vereinssachen.
WALLAU
Am Rheingauer Weg 21 – Alte Ländcheshalle: muss dringend weg.
Recepturhof 2/3 – Apotheke, Wohnhaus, Vereinsnutzung:ehem. Zahnarztpraxis und teilw. Dachgeschoss stehen seit Jahren leer, hoher Instandhaltungsrückstand.
Weinbergstraße 5 – Kiosk am Festplatz: Übergabe an den Verein, dadurch keine laufenden Kosten mehr.
WILDSACHSEN
Am Born 2 – Arztpraxis, Bücherei, Außenstelle: Außenstelle und Bücherei könnten ggf. auch im Vereinsheim untergebracht werden.
Junghainzehecken 2 – Umkleidegebäude: Übergabe an den Verein, dadurch keine laufenden Kosten.
HN/TR

